Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

27. August 2013

Wie früher die Spreu vom Weizen getrennt wurde

Aktionstag im Heimatmuseum von Niederschopfheim.

HOHBERG-NIEDERSCHOPFHEIM (pbs). Brot besteht hauptsächlich aus Mehl. Das ist klar. Aber woher kommt das Korn? Wie wird aus Weizen Mehl gewonnen? Und wie entsteht Brot? Das und viel mehr gab’s am Sonntagnachmittag beim Aktionstag im Heimatmuseum von Niederschopfheim zu erfahren.

"Kinder sind heute besonders angesprochen", sagt Museumsleiter Guntram Franz. Denn dem Historischen Verein Hohberg sei besonders daran gelegen, "den Jüngsten Einblicke in die Arbeitsweisen unsere Vorfahren zu geben", so Franz. Der Museumsleiter lässt es sich an diesem verregneten Sonntagnachmittag auch nicht nehmen, die Gäste durch das Heimatmuseum zu führen. Dort wird mit originären Exponaten die Uhr der Zeit zurückgedreht und auf diese Weise das Leben und Arbeiten auf dem Lande vergangener Zeiten demonstriert.

"Wenn bei uns früher am Dreschtag das Wetter so war wie heute, hing der Haussegen schief", sagt Elisabeth Franz und knetet heftig im Hefeteig. Sie steht mit Helmut Trenkle in der einfachen Küche und zeigt, wie aus Hefe, Salz, Wasser und Mehl ein Brotteig hergestellt wird. "Das Mehl haben wir schon fertig mitgebracht", sagt Guntram Franz. Er habe zu Hause noch eine Mühle, aber das mit dem Mahlen im Museum wäre zu aufwändig.

Werbung


Der Museumsleiter und sein Team haben bereits Weizen geerntet – ganz stilecht mit Sense und Sichel – und die Ähren zu Garben gebunden. Mit einem alten Holzhandwagen haben sie das Getreide ins Museum auf die provisorische Tenne gebracht. An den Balken hängen größere und kleine Dreschflegel, mit denen die Getreidekörner aus den Ähren gelöst werden sollen. Dabei entsteht ein Gemisch aus Stroh, Spreu und Weizenkörnen. Zuerst wird dann das Stroh abgesiebt, danach die Spreu mit einem Ritter oder einer Wannmühle von den Weizenkörnern getrennt. "Wir haben sogar einen alten Ritter, bei dem das Sieb aus einem Holzgitter besteht", sagt Gerhard Blum aus Diersburg.

Der 85-Jährige hat diesen Ritter, wie andere Exponate auch, dem Heimatmuseum zur Verfügung gestellt. "Er ist das älteste Mitglied im Verein", lacht Franz und sagt: "Der Gerhard weiß einfach alles." Bei diesem Stichwort öffnet der Diersburger sein Schatzkästlein der Erinnerungen und plaudert aus vergangenen Tagen. Die Arbeitsgeräte hätten im Schnitt 120 Jahre auf dem Buckel, so Guntram Franz.

Derweil glühen draußen schon die Schamottsteine und Helmut Trenkle schiebt Brot und Datschkuchen in den Ofen – mit Speck oder nur mit Rahm. Er ist zum Anbeißen gut. In der historisch nachgebauten Backmulde geht derweil der nächste Brotteig auf und wer will, kann sein Fladenbrot selbst in den Ofen schieben. Naschkatzen bevölkern bereits das Museumscafé und testen den Pflaumenkuchen und die Schwarzwälder nach Hausfrauenart. Vier- bis fünfmal im Jahr findet ein solcher Aktionstag im Hohberger Heimatmuseum statt, erklärt Museumsleiter Franz.

Info: Sonntag, 8. September, im Heimatmuseum Hohberg: Friederike Brion und ihre Zeit in Diersburg.

Autor: pbs