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15. September 2009

"Beim Blick auf die Menschen war ich überwältigt"

BZ-INTERVIEW mit Yanik Richter, dem Hauptorganisator des ersten Flugtages in Hütten nach neun Jahren.

RICKENBACH-HÜTTEN. Der erste Flugtag in Hütten nach neun Jahren war ein voller Erfolg. Gute 5000 Zuschauer genossen die spektakulären Darbietungen bei tollem Wetter. Fünf Minuten, nachdem der letzte Flieger gelandet war, gab Hauptorganisator Yanik Richter unserer Redakteurin Katja Mielcarek Einblick in sein Gefühlsleben.

BZ: Wie geht es Ihnen?

Yanik Richter: Es fällt gerade eine Riesen-Anspannung von mir ab. Ich freue mich total, dass alles gut gegangen ist, dass die Besucher glücklich aussehen, dass das Wetter so toll mitgespielt hat und dass wir als Team so gut funktioniert haben.

BZ: Wie viele haben an diesem Event mitgearbeitet?

Richter: Zum engeren Kreis gehören neun, von denen die meisten übrigens unter 33 Jahren alt sind. Insgesamt waren wir rund 160, dazu kamen noch die Helfer von Polizei, DRK und Feuerwehr. Super Unterstützung hatten wir auch durch die Landwirtsbetriebe Nopper und Wasmer, die uns ihre Wiesen zur Verfügung gestellt und sie sogar zwei Wochen früher als üblich gemäht haben.

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BZ: Ein solches Event mit so vielen Attraktionen vorzubereiten, ist sicher keine Kleinigkeit. Was war überhaupt der Anlass, nach neun Jahren die Flugtage wieder aufleben zu lassen?

Richter: Im Wesentlichen wollten wir unsere Begeisterung fürs Fliegen weitergeben und die Menschen auf den Flugplatz holen. Und sie haben Recht, ein Klacks war das nicht. Wir haben uns schon seit April 2008 mindestens monatlich getroffen – mit ansteigender Häufigkeit, je näher der Termin rückte.

BZ: Das waren ja nicht irgendwelche Flugzeuge, die da im Rickenbacher Luftraum unterwegs waren. Was haben eigentlich die Älteren im Verein gesagt, wenn Sie und Ihr Mitstreiter Dennis Stächelin mit Ihren Ideen kamen?

Richter (schmunzelt): Generell haben wir ganz viel Zuspruch bekommen, aber natürlich gab es auch konstruktive Kritik. Immerhin sind wir wirklich noch sehr jung und haben etwas vergleichbares noch nicht organisiert, da ist etwas Skepsis, oder besser Vorsicht, ganz normal. Und ganz ehrlich – am Anfang habe ich den ganzen Aufwand nicht wirklich überblickt.

BZ: Aber er hat sich offenbar gelohnt, die Zuschauer kamen reichlich und wirkten ganz zufrieden.

Richter: Ich war ja meistens auf dem Platz unterwegs und kam erst am Nachmittag auf den Tower. Beim Blick auf die vielen Menschen war ich echt überwältigt. Am ersten Tag, als vielleicht 1000 da waren, ist mir schon etwas flau im Magen geworden, so um die 4000 brauchten wir schon, um eine schwarze Null zu erreichen.

BZ: Die dürften es aber gewesen sein, der Flugtag hatte ja fast was von Woodstock, so wie die Besucher entspannt auf ihren Decken lagen.

Richter (lacht): Wir haben im Vorfeld mal zum Spaß gesagt: Woodstock wäre das Optimale. Und für Rickenbacher Verhältnisse kam es dem schon recht nahe.

BZ: Also können wir in Kürze mit einem nächsten Flugtag rechnen?

Richter: Eigentlich würde ich den jetzigen Flugtag für mich erst einmal verarbeiten und einen Strich drunter ziehen. Aber wenn Sie mich jetzt so fragen: Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Pause bis zum nächsten Flugtag nicht wieder neun Jahre betragen wird. Ein Zwei-Jahres-Rhythmus ist glaube ich realistisch, auch wenn das bedeuten würde, dass wir eigentlich gleich schon wieder mit der Planung beginnen müssten.

Autor: bz