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24. November 2011

Die Grünen planen eine Resolution

Partei ist gegen Aufhebung des Anbaustopps im Weinbau / Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae besuchte die WG Wasenweiler.

  1. Die Bundestagsabgeordnete Kerstin Andreae diskutierte mit dem Vorstandsvorsitzenden der WG Wasenweiler, Siegmund Rudmann (links), und Geschäftsführer Thomas Wihler über die EU-Weinbaupolitik. Foto: susanne bremer

IHRINGEN-WASENWEILER. 2015 soll der europäische Anbaustopp für Reben wegfallen, eine Verlängerung dieses Gesetzes ist für die Mitgliedsstaaten nur noch bis 2018 möglich. Winzer befürchten einen größeren Konkurrenzdruck durch den dann möglichen agroindustriellen Weinbau sowie den Verlust von wertvollen Steillagen. Dieses Thema stand im Mittelpunkt eines Besuches der Bundestagsabgeordneten Kerstin Andreae (Grüne) bei der Wasenweiler Winzergenossenschaft.

Geschäftsführer Thomas Wihler und der Vorstandsvorsitzende Siegmund Rudmann wiesen auf die Sorgen der Kaiserstühler Winzer hin. Sie befürchten, dass nach dem Wegfall des Anbaustopps vermehrt Reben in der Ebene gepflanzt werden und ihre Steillagen an Wert verlieren oder brachliegen. Laut Wihler müsse unbedingt berücksichtigt werden, dass die Winzer der Region durch ihre Arbeit die heimische Kulturlandschaft pflegen.

Die Weichen müssen rechtzeitig gestellt werden

Um die neue EU-Ratspräsidentschaft 2012 für dieses Thema zu sensibilisieren, gilt es, rechtzeitig die politischen Weichen zu stellen. Deshalb möchten die Grünen unter Mitarbeit von Franziska Brantner, Mitglied im europäischen Parlament, und des Ihringer Winzers und Landtagsabgeordneten Reinhold Pix im nächsten Frühjahr eine Resolution herausgeben. Man sei verhalten optimistisch, so Kerstin Andreae, die Strukturen und die Identität der Weinbauregionen erhalten zu können. Wihler ergänzte, dass die drohende Verbuschung und Verwilderung bestehender Rebflächen nicht nur unweigerlich die Zerstörung des gesamten Landschaftsbildes nach sich ziehen, sondern dem behutsam aufgebauten und sanften Tourismus am Kaiserstuhl erheblichen Schaden zufügen würden. Wolle man dem entgegenwirken, reichten kleine private Flurbereinigungen bei weitem nicht mehr aus, und auf die Kommunen käme eine enorme Kostenwelle zu.

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Industriell zu bewirtschaftende Anbauflächen und damit verbundene Überproduktionen würden nicht nur zu Lasten der Weinqualität gehen, sondern auch die Winzerbetriebe in ihrer Existenz gefährden. Die Anbaufläche der WG Wasenweiler, die von 177 Mitgliedern bewirtschaftet wird, habe sich bereits von rund 100 auf 60 Hektar verringert.

Siegmund Rudmann, einziger Haupterwerbswinzer der WG, betonte, wie schwierig die Kosten- und Ertragssituation sei. Probleme bei der Nachfolgeregelung müssten ebenfalls oftmals gelöst werden.

Ein Drittel der Rebfläche der WG Wasenweiler werde von Winzern bewirtschaftet, die über 65 Jahre alt sind, berichtete Wihler. Rudmann verdeutlichte, dass es bei neuen Rebanlagen bis zu einer halben Generation dauere, bis sich der Ertrag stabilisiere.

Kooperation der Landwirtschaftsminister

Andreae hofft daher auch auf die Ergebnisse einer Kooperation der Landwirtschaftsminister aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Indem Subventionsmittel im ländlichen Raum umverteilt werden, könnte die Ertragssituation verbessert werden. Lösungsmodelle für die Nachfolgeregelung würden benötigt.

Rudmann weiß aus Erfahrung, dass es immer wieder Quereinsteiger im Winzerberuf gibt, die gerne einen Betrieb übernehmen würden. Daher seien Plattformen für Interessenten, beispielsweise bei der Regionalwert AG oder den Weinbauverbänden, wichtig.

Für Andreae können die Herausforderungen nur mit Beharrlichkeit und einer guten und transparenten Informationspolitik gemeistert werden – kurz: Das Bohren dicker Bretter ist gefragt. Abschließend berichtete Wihler von ersten Erfolgen und der positiven Resonanz der Kunden auf die im Juli geschlossene Kooperation mit dem renommierten Ihringer Weingut Karl Karle.

Autor: Susanne Bremer