Im Kampf gegen die Hilflosigkeit

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Fr, 20. Juli 2012

Wehr

Wehrs Schulsozialpädagogin zieht Bilanz / Zweite Kraft in Sicht.

WEHR. Seit zehn Jahren setzt Wehr auf Sozialarbeit an Schulen – länger als jede andere Kommune im Landkreis. Die Aufgaben sind vielfältig und der Bedarf i

st groß, wie der Bericht von Sozialpädagogin Ribanna Schönau in der jüngsten Gemeinderatssitzung zeigte. Zum kommenden Schuljahr hofft die Stadt, eine zweite Kraft einstellen zu können.

"Wir haben einige, durchaus ansprechende Bewerbungen", sagte Bürgermeister Michael Thater. Das ist eine gute Nachricht, waren doch zwei vorangegangene Versuche, die Stelle zu besetzen, mangels geeigneter Bewerber gescheitert. Ziel ist, mit zwei 80-Prozent-Kräften alle knapp 700 Schüler in Wehr und Öflingen zu versorgen. Ideal wären eine weibliche und eine männliche Kraft.

Derzeit müssen die Öflinger ohne sozialpädagogische Unterstützung auskommen. Ribanna Schönau verteilt ihre 80 Prozent auf die Walther-von-KlingenRealschule und die Zelgschule in Wehr. Montags, mittwochs und freitags wirkt sie an der Zelg, dienstags und donnerstags an der Realschule. Alle Fraktionen lobten ihre Arbeit. Die SPD schlug vor, die Stelle auf hundert Prozent aufzustocken. Schönau will jedoch aus privaten Gründen nur in Teilzeit arbeiten.

Im zu Ende gehenden Schuljahr hatte sie mit fast einem Fünftel aller Schüler Kontakt. Sie beriet auch Eltern, vermittelte zwischen Streithähnen und informierte über Beratungsstellen. Die Schüler kämen in Notsituationen zu ihr. Schlimmstenfalls haben sie Gewalt oder Missbrauch erlebt oder nehmen Drogen. "Mein Ziel ist, dass der Schüler mit dem Gefühl aus meinem Büro geht, dass er etwas ändern kann. Denn die Hilf- und Machtlosigkeit ist am Schwersten."

Schönau betreut Schülermentoren und Streitschlichter, hilft bei der Hausaufgabenbetreuung und fährt mit ins Landschulheim. Im August begleitet sie 26 Jugendliche nach Nettuno. Neu starten noch im Juli das Präventionsprojekt gegen alkoholbedingte Jugendgewalt "Aggrohol" und im Oktober ein Landesprojekt zu Mobbing im Internet.