Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

21. Oktober 2014

Das Staunen hat Max Sauk auch mit 85 Jahren nicht verlernt

Der in Hamburg geborene Künstler, der seit 1985 in Holzen lebt und arbeitet, feiert heute Geburtstag / Das Heitere und Schöne liegt ihm näher als die Tragik.

  1. Max Sauk mit seiner Friedenstaube Foto: CREMER

KANDERN-HOLZEN (cre). "Ich arbeite gerne. Dabei geht es mir immer noch am besten." So überzeugt spricht einer, der fast sein ganzes Leben der Kunst gewidmet hat. Der Maler und Bildhauer Max Sauk kann heute in Holzen auf 85 Jahre mit vielen Höhen und Tiefen, viel Freud, aber auch Leid zurückblicken.

Geboren wurde er in der Hansestadt Hamburg in ein gutbürgerliches Elternhaus. Sein Vater besaß ein Baugeschäft. Natürlich war geplant, dass die Söhne, Sauk hat einen vier Jahre älteren Bruder, der heute in Brasilien lebt, ins Baugeschäft einsteigen. Die Kriegsjahre erlebte Sauk als Kind teilweise in Hamburg, teilweise mit der Kinderlandverschickung in Ungarn. Bei seiner Heimkehr gab es das alte Hamburg nicht mehr. Nach dem Krieg stand dem jungen Max der Sinn nach anderem, als ins väterliche Geschäft einzusteigen. Zwar absolvierte er eine Lehre zum Zimmermann, doch verließ er danach den vom Vater gewünschten Weg und schrieb sich 1950 an der Hamburger Hochschule für bildende Künste ein. Seit 1955 lebt er seine Berufung als freischaffender Künstler aus. Seine handwerkliche Ausbildung hat sich dabei als durchaus vorteilhaft erwiesen. Kein Material ist dem Künstler fremd geblieben. In der Scheune neben seinem Wohnhaus stehen neben Gemälden und Theaterfiguren Objekte aus Stein, Holz und Metall.

Werbung


Hatte Sauk noch anlässlich seines 80. Geburtstages sein Atelier geöffnet, wird er nun mit einer Ausstellung, die den Titel trägt "Ich staune..." im KunstPalais Badenweiler geehrt. Die Ausstellung kann noch bis zum 2. November besichtigt werden.

Die Welt mit offenen Augen zu betrachten, das Staunen nicht zu verlieren und immer für Neues zugänglich zu sein, das kennzeichnet den seit 1985 in Holzen ansässigen Künstler. Wie anders ist es zu erklären, dass er sich jüngst auch noch der Lyrik in Gestalt japanischer Haikus zugewandt hat?

Ihn und seine vor knapp zehn Jahren verstorbene Ehefrau Gerda, eine Ärztin, habe der "hier herrschende konfessionell liberale Geist" beeindruckt, wie er einmal sagte. Kennengelernt hatte sich das Paar in Hamburg, wo beide dem Fechtsport frönten, sie als Vizeweltmeisterin, er als der Hamburger Fechtspitze zugehörig. Im Jahre 1957 wurde geheiratet. Da sie aus Göttingen kam, traf man sich in der Mitte und wohnte die nächsten 30 Jahre in Hannover. Kinder hatte das Paar keine.

Zudem einte beide die Liebe zur Kunst: Gemeinsam veranstaltete das Paar "dramatische Lesungen" im zum Theaterraum umgebauten Schopf. Auch den Garten hinter dem Wohnhaus gestaltete seine Frau mit großem gärtnerischen und künstlerischen Können.

In allem, was Max Sauk geschaffen hat, kommt seine Liebe zum Heiteren und Schönen, das ihm näher liegt, als das Tragische, zum Ausdruck. Selbst die traurigen Gestalten des Don Quijote und Sancho Panzas haben als offen gestaltete Metallarbeit etwas Leichtes, Luftiges. Derzeit arbeitet Sauk an einem Objekt, welches die Hoffnung gebende Friedenstaube mit einem alles verschlingenden Schwarzen Loch vereint.

In seinem Holzener Anwesen lebt der Künstler allein. Gelegentlich unterstützt ihn seine Nichte. Sich selber bezeichnet der Künstler als "nicht sehr kommunikativen Menschen". Dennoch, wer dem Künstler gratulieren möchte – und dies dürften nicht wenige sein – ist von ihm herzlich willkommen.

Autor: cre