Die Landschaft gemeinsam entwickeln

Dorothee Philipp

Von Dorothee Philipp

Fr, 26. Oktober 2018

Kandern

Ortstermin in Kandern-Tannenkirch, Bad Bellingen und Schliengen, die zusammen ein Entwicklungskonzept erarbeitet haben.

KANDERN/SCHLIENGEN/BAD BELLINGEN. Wie kann man den Charakter der Landschaft im mittleren Markgräflerland bewahren? Und wie die Landwirte, die sie nutzen, bei der schonenden Bewirtschaftung ihrer Grundstücke so unterstützen, dass sie keine wirtschaftlichen Einbußen erleiden? Darum ging es beim ersten öffentlichen Ortstermin, zu dem die drei im "Interkommunalen Ländlichen Entwicklungskonzept" (ILEK) zusammengeschlossenen Gemeinden Schliengen, Bad Bellingen und Kandern eingeladen hatten.

An ausgewählten Punkten in allen drei Gemarkungen wurde an konkreten Beispielen gezeigt, wo das ILEK ansetzen kann. Wie wichtig das Projekt den teilnehmenden Gemeinden ist, zeigte sich auch darin, dass alle drei Bürgermeister (Carsten Vogelpohl, Bad Bellingen; Werner Bundschuh, Schliengen und Christian Renkert, Kandern) sowie einige Ratsmitglieder mit dabei waren.

Schutz vor Starkregen
Auf Bad Bellinger Gemarkung oberhalb von Bamlach ging es zunächst um den Erosionsschutz und die Sanierung von landwirtschaftlichen Wegen. Hier setzt auch das vom Bund bezuschusste Programm "Erol" an, das im Oktober 2017 vom Landratsamt Lörrach aufgelegt wurde. Inzwischen gibt es für zwölf Gemeinden im Markgräflerland Gefahrenkarten, die zeigen, wo Starkregen und Erosion Schaden anrichten können.

Wanderwege, Bienen, Biogas
Einen herrlichen Rundblick hatte die Gruppe vom "Hüppberghüsli" bei Tannenkirch. Ortsvorsteher Fritz Höferlin hatte dort für einen kleinen Stehempfang bei Gutedel und Scharwaie gesorgt, was den Aufenthalt an diesem schönen Aussichtspunkt noch schöner machte. Hier konnte man gut nachvollziehen, warum das ILEK-Gebiet so einzigartig und schützenswert ist. Deswegen hat faktorgrün angeregt, bestehende Feld- und Wanderwege zu einem "Aktionsweg" zu verbinden, der auf einem Rundkurs verschiedene Themen auf Infotafeln vorstellt.

Der 22 Kilometer lange Rundweg von Schliengen über Bad Bellingen und Hertingen und weiter über Tannenkirch, Feuerbach und das Eggenertal bis nach Mauchen und zurück könnte ins touristische Konzept der beteiligten Kommunen eingebunden werden, regte Manuel Oelke von faktorgrün an. Außerdem könnten die bereits bestehenden Themenwege mit dem Aktionsweg verknüpft werden.

In der Nachbarschaft des Hüppberghüsli zeigte Höferlin ein Feld, auf dem die Donau-Silphie als Dauerkultur angebaut wird. Das Gewächs dient als Bienenfutter, seine Biomasse wird zu Biogas, der Boden bleibt ohne Zusatzdüngung fruchtbar und seine Wurzel bindet Nitrat, das sonst ins Grundwasser geschwemmt wird.

Obstbau und Weinbau
Der Obstbau, von der Streuobstwiese bis zur Intensivanlage, war eines der Themen bei der Station im Eggenertal. Sigrid Meinecke, Naturschutzbeauftragte des Landkreises, wies außerdem darauf hin, dass es hier durch aufgegebene Weinbauparzellen eine große Zahl von Trockenmauern gibt. Angesichts der "riesigen Flächen" sei ein Gesamtkonzept für die Pflege und Sanierung erforderlich, regte Meineke an.