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04. Mai 2013

Ein Hauch Australien im Wollbachtal

Christoph und Tiffany Wermuth-Buckingham haben vor 25 Jahren das Jägerhaus eröffnet.

  1. Christoph und Tiffany Wermuth-Buckingham in ihrem Jägerhausgarten Foto: Birgit-Cathrin Duval, BIRGIT-CATHRIN DUVAL bcmpress

KANDERN-WOLLBACH. Christoph und Tiffany Wermuth-Buckingham haben allen Grund zum Feiern: Vor 25 Jahren ist das Gastronomenehepaar aus Australien nach Egerten gekommen, um ihr Restaurant Jägerhaus zu eröffnen.

Ein Restaurant, in dem Küche, Kunst und Natur vereint sind, war der Lebenstraum des jungen Ehepaares, das nach einem fünfjährigen Aufenthalt in Australien zurück in Wermuths Heimat kehrte, wo er seine Jugendjahre im Jägerhaus verbrachte. An den 6. Mai 1988, einen Freitag, kann sich Tiffany Wermuth ganz genau erinnern: "Zur Eröffnung hatten wir eine sehr gemischte Gästeliste." Bekannte aus dem Dorf waren ebenso gekommen wie viele Gäste aus der Schweiz, darunter etliche Kunstliebhaber des Malers Max Böhlen, der das Jägerhaus als Wohnung und Atelier nutzte. Sein künstlerischer Nachlass ist im Restaurant und dem angrenzenden Museum ausgestellt.

Bis zur Eröffnung wurde in Eigenregie renoviert. Das Geschirr brachte das Ehepaar aus Australien mit, Tischdecken und Kissen nähte Tiffany Wermuth selbst. Sogar die Menükarten aus Holz hatte sie selbst ausgeschnitten und aufgemalt.

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"Von Anfang an haben wir unseren Gästen eine natürliche, ehrliche Küche, die hohen Ansprüchen genügt, geboten," erklärt Küchenchef Christoph Wermuth. "Als ob sie bei guten Freunden zu Gast sind", beschreibt Tiffany Wermuth die Philosophie des Hauses: "Abseits von Stress, Hektik und Alltag sollen Gaumen und Sinne belebt werden, der Gast soll sich zu Hause fühlen." Das gelingt Tiffany Wermuth mit ihrer offenen neuseeländisch-australischen Art. Gemeinsam mit zwei langjährigen Mitarbeiterinnen kümmert sie sich um den Service im Jägerhaus.

Die Karte ist stets klein, aber fein geblieben. Saisonal wechselnde Vier-Gänge-Menüs mit heimischen Produkten, in die Christoph Wermuth minimale Akzente australischer und asiatischer Küche einfließen lässt, stehen bis heute unverwechselbar für die Jägerhaus-Küche. Eine Spezialität des Jägerhauses ist der Salat aus wild wachsender Brunnenkresse aus dem eigenen Teich. Die zum Kaffee gereichten Whiskey-Trüffel sind ebenso handgemacht wie die Sorbet-Kreationen Himbeer-Salbei, Karotten-Basilikum, Erdbeer-Minze und Birne-Williams-Vietnamesischer Koriander.

Die Gasträume teilen sich in das Fresko-Zimmer und die Max Böhlen-Galerie. Eigentlich sollte das Fresko ein Geschenk zum Bau der neuen Kirche sein. Max Böhlen hatte eine Paradiesszene an seine Hauswand gemalt. Weil aber Adam und Eva nackt abgebildet waren, lehnten die Kirchenverantwortlichen die Arbeit ab. Kurzerhand malte Max Böhlen den Nackten Kleider auf den Leib und ersetzte Äpfel mit Trauben. Heute wundern sich Gäste, weshalb sie in dem Fresko, das eine Weinlese darstellt, exotische Tiere wie Giraffen, Tiger, ja sogar eine Schlange, die sich am Rebstock windet, sehen.

Das Jägerhaus hat in 25 Jahren mit seinen Events einen großen Freundeskreis gewonnen. "Unser erstes Event mit Käsepapst Bernard Antony von der ’Kässtuba’ Ferrette war ein Knaller", erinnert sich Christoph Wermuth. Dem folgten zahlreiche Kunstausstellungen, schottische Events mit Dudelsack, Kräuterseminare und natürlich das Pilzevent, denn Wermuth ist Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Rückblickend auf 25 Jahre Küche, Kunst und Natur im Jägerhaus sind Christoph und Tiffany einig, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen haben. Als junger Koch und Absolvent der Hotelfachschule Belvoirpark Zürich zog er 1983 nach Australien. In seiner Funktion als Küchenchef eines Hotels in Canberra lernte er seine Frau Tiffany kennen. Gemeinsam etablierten sie das Jägerhaus. Gefragt nach ihren Ambitionen für die Zukunft antwortet das Gastronomenpaar, dass es ihnen wichtig ist, Menschen zusammen zu bringen –ganz nach dem Leitsatz: "Bei einem guten Essen den Abend in Gemeinschaft genießen. Gepflegte Tischkultur in einem Ambiente, das Raum für Gespräch und Gaumenfreuden lässt."

Zusammen mit ihren Gästen feiern Tiffany und Christoph Wermuth am Sonntag, 5. Mai, von 11 Uhr an mit einem Sektapéro im Park des Jägerhauses. Der Jubiläumsmonat endet mit einem Spargelevent am 26. Mai. Mehr Infos unter http://www.restaurant-jaegerhaus.de

Autor: Birgit-Cathrin Duval