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21. April 2011
Ohne Lärm kann’s gehen
Jugendraum in Sitzenkirch darf wieder öffnen, wenn die Hausordnung beachtet wird.
KANDERN-SITZENKIRCH. Ordnung muss wieder sein, dann wird der Sitzenkircher Jugendraum auch wieder geöffnet. Auf diese Marschroute einigten sich Jugendliche und Ortschaftsräte in der jüngsten Sitzung des Dorfparlamentes am Dienstagabend.
Momentan nämlich ist der "Munistall" geschlossen. Ortsvorsteher Ernst-Peter Scherer hat sich zur Schließung gezwungen gesehen, nachdem der Ärger vor allem wegen nächtlichen Lärms um den Jugendraum herum immer größer geworden war. Eine offenbar folgerichtige Entscheidung, die auch seine Ratskollegen so mitgetragen haben, wie bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung deutlich wurde. Auch die Jugendlichen selbst – ein Dutzend junger Sitzenkircher verfolgte die Debatte am Ratstisch engagiert mit – räumten ein, dass im und um den Jugendraum herum in der Tat nicht immer alles so gelaufen sei, wie es hätte laufen sollen. Die Jugendlichen indes hielten dem entgegen, dass sie bisweilen selbst nicht mehr Herr auf eigenem Terrain gewesen seien – wegen an manchen Abenden immer zahlreicher werdenden zum Teil auch unbekannten "Gästen" aus anderen Gemeinden, die sich bisweilen sogar per SMS-Botschaften in größerer Zahl in den "Munistall" verabredet hätten.Werbung
Was auch Ortschaftsrat Walter Benz bemerkt haben will: "Feste mit um die 70 Leuten, das geht dort nicht", meinte der, nicht ohne wie seine Ratskollegen gewisses Verständnis für einen der Sprecher der Jugendlichen aufzubringen. Jener nämlich brachte die Probleme auf einen einfachen Nenner: "Es sind die Fremden, die die Ordnung nicht einhalten".
Ein Problem sei in der Tat, so war aus den Reihen der Jugendlichen zu vernehmen, dass der Jugendraum "Downtown" in Kandern nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Stadtjugendpfleger Marc Osswald (wir haben berichtet) derzeit nicht geöffnet sei. In diesem Zusammenhang brach indes Ortsvorsteher Ernst-Peter Scherer eine Lanze für die Jungmannschaft aus dem Dorf: "Die Sitzenkircher Jugend kommt auch ohne die Stadtjugendpflege aus", wertete es der Ortsvorsteher indes als "bedauerlich", dass es von jener Seite "nie Unterstützung" für die Jugend im kleinen Dorf gegeben habe.
Die will sich nun künftig selbst helfen: Mit Beachtung der Hausordnung für den "Munistall", mit mehr Rücksichtnahme auf die Nachbarschaft, mit Einhaltung der Schlusszeiten (bis gegen Mitternacht) – und die vor allem darauf achten will, dass der Treff vor Besucherandrang künftig nicht mehr aus den Nähten platzt.
Dass das alles durchaus klappen kann, zeigte Scherer mit einem Rückblick auf die Geschichte des Treffs, der zwar nicht das erste Mal habe geschlossen werden müssen, aber dessen Verantwortliche immer auch wieder Lösungen gefunden hätten, den Betrieb weiter laufen zu lassen.
Autor: Markus Maier
