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19. April 2010 06:25 Uhr
Ego-Googlen
Dominik Büchele entdeckt sich selbst im Internet
Den eigenen Namen zu googeln, ist Volkssport. Deshalb begeben wir uns mit Prominenten aus der Region auf Spurensuche. Diesmal ging DSDS-Teilnehmer Dominik Büchele mit uns ins Netz.
Dominik Büchele starrt wortlos auf den Monitor. Die Stille dehnt sich. Dann sagt er: "Ich hab’ keinen Plan." Der Mauszeiger huscht über den Bildschirm. "Ich sehe das zum ersten Mal. Das stammt weder von meinen Management noch von mir."
465 Fans hat sein digitaler Doppelgänger bereits. Argwohn kontert der Nachahmer souverän. Nutzerin Claudia zum Beispiel warnt: "Jemand der Dominik echt kennen würde, würde wissen dass er NIEMALS so schreiben würde … Also spart euch doch die blöden Fragen. Seine neue Single ’Closer to Heaven’ ist natürlich der WAHNSINN". Darauf Bücheles Imitator: "also was du über meine single geschrieben hast: DANKE, aber der rest ist falsch!!"
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Büchele schüttelt den Kopf. Was es alles gibt … Facebook nutzt er aber auch – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Für seine Kumpels hat er sich das Profil "Dominik Bierchäli" zugelegt. Mit Pils oder Weizen hat das nichts zu tun. So klingt sein Nachname, wenn Ortenauer reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist – so wie Büchele selbst.
Ist er in Südbaden, spricht er den waffenscheinpflichtigen Dialekt seines Wohnorts Kappel-Grafenhausen. Kommt es bei Autogrammstunden wie im Februar in Witten zu chaotischen Szenen, bedauert er, dass Kinder "hän mien hiele" – zu weinen anfingen. Und die hübschen jungen Mädchen, die ihn im Video zu seiner ersten Single "Closer to Heaven" anhimmeln, nennt er "Maidli", die "vum Management" gecastet worden sind.
Das wirkt keine Spur provinziell, sonder ehrlich. Büchele lässt sich wohl wirklich nicht verbiegen – und wurde auch deshalb von Chefjuror Dieter Bohlen bei DSDS mit beißenden Sprüchen überzogen. So einen kann der Poptitan nicht nach seinem Bild formen, Also quatschte er ihn aus der Show.
Büchele fand trotzdem eine Plattenfirma, die ihn im Februar in einer Disco in Krefeld sein erstes Musikvideo drehen ließ. "13 Stunden bin ich ohne Pause vor der Kamera gestanden", erzählt er. "In der selben Nacht ging es noch zurück nach Hause." Die Augen leuchten: "Ich fand’s cool. Mein erstes Video – mit meiner Band."
Es sind die selben Musiker, mit denen er vor DSDS die Gruppe "Umleitung" gründete und erste Bühnenerfahrung sammelte. Mittlerweile hat er auch schon mal vor 15.000 Menschen live gespielt. Doch das Konzert, das ihm am besten im Gedächtnis blieb, ist das Open Air in Kappel-Grafenhausen zu DSDS-Zeiten. "Wahnsinn. Mein erster Auftritt vor mehr als 200 Leuten", sagt er, während er die Fotos jenes Abends durchklickt. "Wir standen hinter der Bühne, dann fingen die Leute an zu schreien. Das war richtig krass."
Auch nicht ohne ist, was Teenie-Magazine von einem wie ihm wissen wollen."Was wäre, wenn ich deine Freundin wäre … Dominik?" heißt zum Beispiel der Fragebogen der Zeitschrift "Mädchen". "Wie muss ich ticken, um bei dir landen zu können?" will "Mädchen" zum Beispiel wissen. Büchele: "Du solltest humorvoll und naturverbunden sein, also auch mal mit mir angeln oder wandern gehen." Doch, doch sagt er – und schaut etwas verblüfft, wieso es denn anders sein sollte: "Das ist Pflicht." Gerade das Angeln. "Gestern wäre ein super Tag gewesen." Bedauern liegt in der Luft. Aber das verfliegt. Die Pflichten eines junges Mannes rufen, der auf der Straße erkannt wird: "Ich muss zum Frisör. Die Haare schneiden lassen."
- Wie war’s bei … Dominik Büchele in Kappel-Grafenhausen? (April 2009)
- Ego-googlen mit... Bahar Kizil von Monrose
Autor: Peter Disch
