Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

15. März 2009 16:27 Uhr

Deutschland sucht den Superstar

Dominik Büchele will kein Superstar sein

Er ist einer der letzten Kandidaten bei der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar": Dominik Büchele aus Kappel-Grafenhausen. Mit viel Authentizität und spitzbübischem Charme begeistert er alle – auch unsere Redakteurin Britta Kuck.

  1. Ohne Dauergrinsen erfolgreich: Dominik Büchele Foto: Britta Kuck

  2. Dominik in der Maske vor der Show. Foto: Britta Kuck

Sein Name ist gefallen, die Entscheidung auch. Jetzt muss nur noch der Moderator endlich sagen, ob er es in die nächste Runde geschafft hat. Minuten, in denen sein Blick den Kameras ausweicht. Er wirkt angespannt, ängstlich, beugt sich vor, faltet die Hände, holt tief Luft und pustet sie langsam wieder heraus. Und dann: "Dominik ist weiter." Der Kandidat springt auf, umarmt die anderen. Die ernste Mine ist weggeblasen, er strahlt.

Dominik Büchele, obwohl gerade erst 18, zählt zu den Favoriten der Fernseh-Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar", Fans sagen nur DSDS. Natürlich will er hier siegen, aber Starallüren sind dem Jungen aus Kappel-Grafenhausen im Ortenaukreis fremd. Ein antrainiertes Dauergrinsen findet man bei Dominik nicht. Mal ist er ernst, im nächsten Moment lacht er herzlich, ebenso schnell verschwindet das Lachen dann auch wieder. Er ist kein Entertainer, kein Sprücheklopfer. Anders als viele DSDS-Kandidaten macht Dominik nur durch seine Musik auf sich aufmerksam. Die hat ihn selbstbewusster gemacht.

KEINE BLUNT-STÜCKE MEHR BEI DSDS

Am 2. April 2006 hat Dominik die Band Umleitung gegründet. Das Datum hat Dominik im Kopf wie den Geburtstag eines guten Freundes. Dominik lebt die Musik. Inspiriert hat ihn der britische Sänger James Blunt. Als er den bei einem Konzert sah, beschloss der damals 15-Jährige Dominik selbst Musik zu machen. Gitarre brachte er sich selbst bei. Dazu sang er: Blunt. Wie gut er sein Vorbild beherrscht, das verbluffte auch die DSDS-Jury um Dieter Bohlen.

Werbung


Mittlerweile aber reicht es Dominik. Er möchte nicht dauernd mit dem Superstar verglichen werden. Jetzt gibt er nur noch den coolen Hawaii-Klampfer Jack Johnson als Vorbild an. Dominik hat Bohlens Rat befolgt: Bei DSDS singt er keine Blunt-Stücke mehr. Das wäre in der jüngsten Live-Show am Samstag auch gar nicht gegangen. Das Motto war Geschlechtertausch. Dominik gab "First Day of My Life" von Ex-Spice Girl Melanie C.

DAS HIGHLIGHT WIRD VORGEGEBEN

Hauptcharakterzug: Natürlichkeit. Bei den Mädchen kommt das gut an. Sie finden ihn "süß", und er findet das nicht übel. Auch wenn er längst vergeben ist. Fans mögen seinen Lockenkopf, Freundin Tamara mag sein Lachen. Gemeinsam mit Dominiks Familie fährt die Freundin jedes Wochenende nach Köln, dem Ort der Live-Show. Diesmal sieht sie ihren "Domi" erst am Abend, denn der ist schon am Mittag im "Coloneum" eingetroffen. Schminken, Umziehen. Zur Bluejeans trägt er ein weißes kurzärmeliges Hemd, eine schmale schwarze Lederkrawatte und darüber ein schwarzes Hemd. Er wirkt lässig und jungenhaft.

ER KANN AUCH EIN KLEINER SCHAUSPIELER SEIN

"Dominik, du musst noch zum Interview", ruft man ihm zu. Für ein RTL-Magazin stellt man ihn vor einen Kleiderständer im schmalen Gang, gleich gegenüber dem Schminkzimmer. Dominik wird nach dem "Highlight der vergangenen Woche" gefragt. "Äh...". Da muss er nachdenken. Zu lange. Schnitt. Noch mal. Das Highlight wird ihm vorgesagt: Der Besuch des Sängers Seal am Freitag. Ach ja, richtig, Dominik lacht. Dann sagt er es auch in die Kamera, ganz spontan.

Später wird der Kandidat über den Gang gescheucht. Im Fernsehen soll es so aussehen, als träfe er die RTL-Moderatorin zufällig. "Ach hallo", sagt Dominik, als er etwas steif auf die Moderatorin zugeht. Sein ernstes Gesicht verzieht sich zu einem Grinsen. Er kann eben auch ein kleiner Schauspieler sein.
Doch Dominik macht vor allem den Eindruck, als ob er den ganzen Rummel nicht an sich heranlässt. Im Frisierraum liegen Fanmagazine auf einem Tisch. Dominik muss das Poster mit seinem Bild im Magazin noch signieren. "Domi" schreibt er darauf. Als er den Raum verlässt, trifft er Daniel, einen DSDS-Konkurrenten. Die beiden scherzen, Dominik ist ein Kumpeltyp. Die Zeit verfliegt, man lässt das über sich ergehen. Er ist eben professionell, "der Kleine", wie Dieter Bohlen ihn oft nennt. Und authentisch. Er will es schaffen. Und wenn nicht? Dann wird er mit seiner Band viele Konzerte geben. Auf jeden Fall will Dominik mit Musik sein Geld verdienen.

In der nächsten Live-Show von DSDS ist Dominik wieder dabei. Er ist einer der besten acht Kandidaten. Alle sind sich einig: Er hat Talent und eine realistische Chance unter die besten Drei zu kommen. Fest steht, dass er wieder hochkonzentriert sein wird. Und wenn die Zuschauer und die Leute vom Sender es wollen, wird Dominik Bücheles ernster Blick wieder einem erfrischenden Lachen weichen – für einige Minuten.

LESEN SIE AUCH:

Autor: Britta Kuck