Frau Minister auf Polder-Visite

Erika Sieberts

Von Erika Sieberts

Di, 12. September 2017

Kappel-Grafenhausen

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks besichtigt Einlausbauwerk zum Polder Elzmündung / Bauwerk zum Jahresende fertig.

KAPPEL-GRAFENHAUSEN. "Es ist wichtig, dass sich die Anrainer solidarisieren", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks gestern bei der Besichtigung der Baustelle Rückhalteraum Elzmündung an der Fähranlegestelle. Mit dabei waren Baden-Württembergs Staatssekretär Andre Baumann, Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer sowie die Bürgermeister dies- und jenseits des Rheins, Jochen Paleit und Jean-Paul Roth sowie MdB Johannes Fechner. Projektleiter Harald Klumpp führte im Eilschritt über die Baustelle, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll.

Die Oberlieger haben in der Regel keinen Vorteil von solchen Baumaßnahmen, die für die Unterlieger angelegt sind. Das heißt am Oberrhein, wie hier an der Elz, werden Rückhaltebecken gebaut, die im Falle eines Hochwassers geflutet werden, um die Gefahr von Überschwemmungen, etwa in der Kölner Altstadt zu verhindern. Kappel-Grafenhausens Bürgermeister Jochen Paleit sieht dennoch einen Vorteil, den seine Gemeinde durch die Baumaßnahmen hat: "Mit den eingerichteten Brunnen zum Abpumpen von Grundwasser können wir auch auf Hochwässer der Elz reagieren."

92 Kubikmeter Wasser fließen pro Sekunde in den Polder

Am Rheinufer, wenige Meter von der Fährstelle entfernt, konnten die Besucher die betonierte Fischtreppe besichtigen und die beiden Einlassbauwerke, durch die einmal insgesamt 92 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Rhein in den Rückhalteraum strömen können. Zum Vergleich: Bei normaler Abflussmenge, wie gestern, strömen an dieser Stelle 1100 Kubikmeter in der Sekunde durch das Rheinbett, sagte der Projektleiter. Insgesamt fasst der Rückhalteraum Elzmündung, auf einem Gelände von 470 Hektar zwischen Kappel und Nonnenweier 5,3 Millionen Kubikmeter Wasser.

Der Polder Elzmündung ist einer von 13 Standorten in Baden-Württemberg mit einem Gesamteinstauvolumen von 167,3 Millionen Kubikmetern zwischen Basel und Mannheim. Linksrheinisch werden diese von jeweils sechs Hochwasserschutzmaßnahmen in Frankreich und Rheinland-Pfalz flankiert. Mit dem Rückhalteraum Elzmündung geht das Integrierte Rheinprogramm (IRP) seiner Fertigstellung im Jahr 2020 entgegen. Bis dahin sollen alle Bauabschnitte fertig sein, sagte Harald Klumpp. Finanziert werden die 77 Millionen Euro zu drei Vierteln vom Bund und einem Viertel vom Land. Insgesamt rechnet man mit 1,5 Milliarden Euro Gesamtkosten für das IRP.

Vor Ort, auf Rhinauer Gemarkung der Kappeler Rheinseite, sagte Harald Klumpp: "Endlich ist die Baustelle über dem Wasserspiegel angelangt. "Jetzt sieht man endlich etwas, während viel Zeit für die Sicherung des Grundes vergangen ist." Derzeit wird am Kolksee, der Einschwemmfläche direkt nach den Einlassbauwerken gearbeitet. Große Bauschilder dokumentieren den Verlauf der Arbeiten und die technischen Details der baulichen Elemente.

Der Besuch der Ministerin stand übrigens schon seit längerem aus. Gestern hat es zwischen zwei Terminen in Rastatt und Freiburg geklappt. Im Murgtal entsteht eine von drei Teststrecken für Oberleitungs-Lkw. Und in Freiburg stattete Hendricks dem Öko-Institut und der Redaktion der Badischen Zeitung einen Besuch ab, informierte ihr Pressesprecher.

Weitere Informationen unter http://www.rp-freiburg.de