Entsprungenes Beuteltier

Bombacher Känguru wohl in Seelbach und Weisweil gesichtet

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Mo, 09. Juli 2018 um 11:08 Uhr

Kenzingen

Das in Bombach entsprungene Känguru streunt nach wie vor durch die Region. Am Wochenende könnte es bei Seelbach fotografiert worden sein – und am Montagmorgen will es eine Reiterin bei Weisweil gesichtet haben.

Mehr als eine Woche lang hatte die Polizei nichts gehört von dem am 23. Juni entsprungenen Känguru. Zuletzt war das junge Bennett-Wallaby am Freitag, 29. Juni, in der Nähe eines Waldstückes bei Bombach beobachtet worden. Der Mann, der das Tier sah, wählte die Notrufnummer – und sagte, dass es dem Tier gutzugehen scheine. "Er hat gesagt: Es sah noch gut aus", erzählt Jerry Clark, Pressesprecher der Polizei in Freiburg.

"Es war wohl eindeutig als Känguru zu erkennen." Polizeisprecher Yannik Hilger


Am Tag davor, dem 28. Juni, soll das Tier noch in Heimbach in der Nähe des Steinbruchs gesichtet worden sein. Die Polizei informiert bei Sichtungen die Halterin des entsprungenen Beuteltieres, sucht aber nicht selbst danach – weil von dem Tier keine Gefahr ausgeht.

Dann kam Bewegung in die Sache. Ein Jagdpächter teilte dem Polizeirevier in Lahr am Sonntag mit, dass eine von ihm installierte Wildtierkamera das Tier bei Seelbach erfasst hätte. "Es war wohl eindeutig als Känguru zu erkennen", sagt der Offenburger Polizeisprecher Yannik Hilger. "Wir wissen natürlich nicht hundertprozentig, dass es das in Bombach entsprungene Tier ist – aber so viele Kängurus springen hier ja auch nicht rum."

"Ich bin daran vorbeigeritten und habe mir gedacht: Das Reh hat ja große Ohren." Eine Reiterin


Kurze Zeit später meldete sich eine Reiterin bei der BZ und bei der Polizei. Sie berichtet, dass sie das Tier in der Nähe von Weisweil gesehen habe. "Ich bin daran vorbeigeritten und habe mir gedacht: Das Reh hat ja große Ohren", sagt sie. "Das Tier hat mich angeguckt – und es schien zumindest nicht wegrennen zu wollen."

Bennett-Wallabys sind etwa einen Meter lang, das Gros der Körperlänge macht mit etwa 70 Zentimetern der Schwanz aus. Sie gehören zu den kleineren Kängurus, sind aber trotzdem sehr mobil. "Sie haben eine große Reichweite – und weil sie schnell sind, erreichen sie auch viele Orte", sagt Jürgen Schmitz, Zoologe und Beuteltierexperte an der Uni Münster. Kängurus, erklärt er weiter, seien zwar keine Herdentiere, aber durchaus gesellig. "Das könnte ein Grund sein, warum das Tier jetzt herumstreunt", sagt Schmitz "Es wird nach Gesellschaft suchen."

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