Hilfe für Traumatisierte

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 08. März 2018

Kenzingen

Verein Zarok unterstützt Projekt für Kinder im Nordirak / Neues vom Nähprojekt für Frauen.

KENZINGEN (BZ). Gefangenschaft, Tod von Angehörigen, massive Gewalt, der Zwang, zum Islam überzutreten, permanente Indoktrination durch den IS: Viele Kinder im Flüchtlingslager Sharya nahe Dohuk im Nordirak haben diese Schrecken erlebt. Der Verein Zarok mit Sitz in Kenzingen hat nun ein Projekt zur Traumabearbeitung realisiert. Im Nähatelier, das der Verein ebenfalls unterstützt (die BZ berichtete), ist derweil der Einzelunterricht abgeschlossen.

Das auf Traumabearbeitung spezialisierte amerikanische Edge Institute ist seit September 2015 im Nordirak tätig, hauptsächlich für aus dem Sindjargebirge vertriebene Jesidinnen und Jesiden. Es bietet therapeutische Programme für traumatisierte Kinder an, die aus IS-Gefangenschaft fliehen konnten oder befreit wurden. Der Verein Zarok und der Schweizer Verein Khaima engagieren sich gemeinsam in einem sechsmonatigen Projekt des Edge Institutes für diese Zielgruppe. Jeder Verein finanziert laut der Mitteilung ein dreimonatiges Programm für je 40 Kinder mit einem Beitrag von rund 8000 Euro.

Mit einem erfahrenen therapeutischen Team ließen sich in kurzen Zeiträumen bereits Fortschritte bei den Kindern erzielen. Traumata könnten nicht vergessen, aber als vergangene Verletzungen in die eigene Biografie integriert werden. "Wer sich sicher und in der Gemeinschaft (wieder) aufgenommen fühlt, kann den Blick nach vorne richten", so der Verein.

Ein ausgebildeter Psychologe, eine Psychologin, ein Kunsttherapeut und eine Spieltherapeutin arbeiten mit den Kindern im Haven Center in Sharya. "Soziale Themen wie Freundschaft, Friede und Vergebung stehen auf der Tagesordnung, Kinder und Familien werden in Aktivitäten einbezogen, die sie wieder in Mitte der Gesellschaft bringen", so der Verein weiter. Bei Gemeinschaftsveranstaltungen können die Kinder zudem ihre Talente unter Beweis stellen. Täglich gibt es gesunde Snacks. Da die Kinder fast alle große schulische Lücken aufweisen, wird bei Bedarf auch Unterricht angeboten.

Zarok unterstützt derzeit auch ein Nähprojekt in den Flüchtlingslagern Berceive 1 und Qadya. Der tägliche Nähunterricht ist mittlerweile abgeschlossen. In Qadya zeigte sich die Schneiderin beim Abschlussfest zufrieden. Die Frauen hätten viel gelernt, sagte sie. "In den kommenden Monaten liegt der Schwerpunkt auf der Erprobung der bisherigen Fertigkeiten", teilt Zarok mit. Künftig würden die Frauen individuell begleitet und erhielten Unterstützung bei der Vermarktung ihrer Produkte.

Weitere Informationen zum Verein gibt’s unter http://www.zarok.de