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09. Juni 2016

"Ton-Art" beeindruckt mit breitem Musikspektrum

Kenzinger Vokalensemble um Ekkehard Weber sang in Bombach.

KENZINGEN-BOMBACH. Seit Jahren erfreut das Kenzinger Vokalensemble "Ton-Art" unter der Leitung von Ekkehard Weber mit seinen Konzerten die Freunde des A-Cappella-Gesangs. So auch am Samstag in der Sankt Sebastian-Kirche in Bombach.

Das Repertoire dieser vornehmlich jungen Formation deckt ein breites Spektrum dieser musikalischen Gattung ab: von der klassischen Sakralmusik, den Taizé-Klängen, Pop-Rhythmen, von Gregorianik bis zur Avantgardemusik. Das Programm konzentrierte sich diesmal auf die Epoche, die Entstehung der altklassischen Polyphonie.

Ein wahres Fest der Mehrstimmigkeit feierte schon Claudio Monteverdi, der geniale Erneuerer am Beginn des Barock in seiner "Messa da Cappella" (1641), die das Ensemble zum Schwerpunkt des Vortrags machte. Die vielstimmige Vertonung der Texte des "Ordinarium missae" hatte sich schon vor 600 Jahren von England ausgebreitet. Bei dieser konzertanten, gut durchgearbeiteten Wiedergabe kam der abwechslungsreiche, melodische und harmonische Farbenreichtum voll zur Geltung.

Heinrich Schütz, der berufene Mittler italienischer Expressivität, hat in seinem Psalmenvertonungen besonders auf Textverständlichkeit gesetzt und der Motette, der ältesten Form mehrstimmigen Musizierens, gesteigertes Ausdrucksvermögen verliehen. Sieben Kompositionen, teils aus den "Becker’schen Psalter" und den "Geistlichen Chormusiken", in ihren lyrischen und dramatischen Ausformungen, offenbarten ihre künstlerische Substanz und ließen den Zusammenhang von Musik und Sprache aufleuchten. Ihre klangsinnliche Schönheit war das Ergebnis einer gewissenhaften Probenarbeit mit Ekkehard Weber und seinen Leuten, die immer wieder sich um Präzision und Feinschliff bemühen.

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Auch das deutsche "Magnificat", der Lobgesang Mariens von Heinrich Schütz, eine Perle seiner Sakralmusik, hinterließ einen nachhaltigen Eindruck beim Publikum in der Bombacher Kirche, vertieft durch die sprachliche Aktualisierung des schweizerischen Theologen und Schriftstellers Kurt Marti "… und Maria sang ihrem ungeborenen Sohn".

All dies mündet in das geniale musikalische Bekenntniswerk des großen Bach. Überliefert sind nur sieben seiner Motetten. Mit "Sei Lob und Preis mit Ehren BWV 231" (Schütz opus 11) aus dem Jahr 1648, fand "das zum Gesang entfaltete Sprechen" seinen hoffnungsvollen Ausklang.

Autor: Helmut Reiner