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20. November 2015

Zwischen Freude und Trauer, Leid und Hoffnung

Beeindruckendes Konzert der Formation "Tonart", die ihre stimmliches Potenzial in der Kirche in Bombach entfaltete.

KENZINGEN-BOMBACH. Man ist immer wieder beeindruckt von der musikalischen Qualität der jungen a Capella Formation "Tonart", die mit Hingabe und Ausdauer und emotionaler Motivation ihr gepflegtes Stimmpotenzial zu Gehör bringt. Facettenreich wie die Jahreszeiten ist auch das Spannungsfeld ihres Liedgutes zwischen Freude und Trauer, zwischen Leid und Hoffnung.

Das jüngste Konzert in der Dorfkirche Sankt Barbara war dem Gedenken der Toten gewidmet. Ist doch der Tod in vielerlei Arten auch in die Musik hineingenommen. Ob Requiem, der Totenmesse, der bildnerischen Darstellung der Totentänze und jenen zahlreichen Musikalisierungen in der klassischen Musik.

Mit Psalmenvertonungen, der Bitte um die Barmherzigkeit Gottes, das "Miserere mei Deus" erklang einleitend die abendliche Chormusik. Als Kontrast intonierte das gut disponierte Vokalensemble "Vier Chöre zur göttlichen Liturgie des Heiligen Johannes Chrysostomus" von Peter I. Tschaikowsky.

Es waren mehrstimmige Lob- und Bittgesänge für den orthodoxen Ritus. Damit hatten die Sängerinnen und Sänger unter der prägnanten Führung von Ekkehard Weber und der jungen, frischen Stimmen ein Ergebnis ihrer intensiven Chorarbeit in melodisch und rhythmische Schwingungen gebracht und bei den zahlreichen Zuhörern eine spürbare Akzeptanz ausgelöst.

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Schwerpunkt sollte die Aufführung der "Missa pro defunctis", einem sechsteiligen Requiem des zeitgenössischen spanischen Komponisten Ramiro Real sein, der als Chorleiter und Organist in seinem Heimatland tätig ist. Der alte Text, der inhaltlich der Messe gleicht, ist teils seinem ursprünglichen liturgischen Zweck entfremdet und ist im konzertanten Bereich zum dichterischen Symbol geworden. Immer wieder regt er Poeten und Musiker zu neuen Auseinandersetzungen an. In ihrer Schlichtheit und Traditionsverbundenheit ist diese Komposition noch ihrer liturgischen Funktion verbunden. Dafür spricht die Tonalität und harmonische Verarbeitung, wie auch der Rückgriff auf mittelalterliche und folkloristische Elemente. Ein schönes Beispiel ist das pastorale Sanctus-Benedictus und das Agnus Dei, mit der inständigen Bitte um Frieden.

Sauber intoniert, lebhaft und sorgfältig deklamiert und verbunden mit einem ausdifferenzierten Chorklang, was will man mehr, als weiterhin mit Freude und Ausdauer sich darum bemühen.

Autor: vadj