Ein schöner Platz zum Verweilen

Theo Weber

Von Theo Weber

Di, 02. Juni 2009

Kippenheim

Stulz-Denkmal aus dem Dornröschenschlaf geweckt

KIPPENHEIM. Aus dem Dornröschenschlaf geweckt worden ist der kleine Park mit dem Denkmal von Johann Georg Stulz am südlichen Ortsausgang an der B 3. Jetzt hat sich die Gruppe Ortsbild der Initiative Lebensqualität durch Nähe des Parks angenommen und zusammen mit dem Bauhof einen schönen Platz zum Verweilen geschaffen.

So freute sich denn auch Bürgermeister Matthias Gutbrod am Freitag, dass auf Initiative und mit ehrenamtlichem Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern der Platz aufgewertet und wieder mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt worden ist, so wie es dem großen Wohltäter der Gemeinde Kippenheim auch zusteht.

Der am 17. Februar 1771 in Kippenheim geborene Johann Georg Stulz ging als Schneider London und wurde dort Hofschneider. 400 Menschen beschäftigte er dort und kam zu unvorstellbarem Reichtum. "Den Bill Gates der damaligen zeit" nannte ihn Carmen Karcher, die Leiterin der Gruppe Ortsbild. Seinen Reichtum teilte er mit anderen, auch mit seiner Heimatgemeinde Gemeinde Kippenheim. 1829 hat er das ehemalige Spital gestiftet, die ehemalige Herberge für Wanderer und Handwerksburschen, die später als Krankenhaus genutzt wurde. Am 17. November 1832 ist Johann Georg Stulz in Hyeres an der Cote d’ Azur gestorben. Dort ist er auch begraben. Zwei Jahre nach seinem Tod hat Kippenheim seinem Wohltäter ein Denkmal errichtet.

Die Gruppe habe das Denkmal und den Platz schon seit längerem im Auge gehabt, sagte Carmen Karcher. Im März habe sie dann losgelegt. Bäume wurden gefällt, die Firma Singler hat kostenlos die Hecken, die den Blick auf das Denkmal verdeckten, entfernt. Rosen wurden gepflanzt entlang der B3 und rund um das Denkmal. Dabei haben sich die Mitglieder der Gruppe Ortsbild eingebracht. Dank der Unterstützung des Bauhofs sei das Werk nun vollendet, sagte Carmen Karcher.

Der Bauhof hat, wie der Leiter Josef Himmelspach mitteilte, in Eigeninitiative die Wege mit eine wassergebundenen decke befestigt. Damit sei es auch für die Bewohner des nahen Seniorenheims, die auf Rollstühle oder Rollatoren angewiesen sind, den kleinen Park ganz in ihrer Nähe zu besuchen. Außerdem wurde eine Stromleitung nach oben zum Denkmal verlegt. In den Boden eingelassene Scheinwerfer ermöglichen es nun, das Denkmal nachts anzustrahlen.