"Ganz schön schwer, das Löschrohr"

Gerhard Lück

Von Gerhard Lück

Fr, 07. September 2018

Kirchzarten

Erlebnisreicher Nachmittag im Gerätehaus der Feuerwehr für Teilnehmer am Ferienprogramm der Gemeinde Kirchzarten.

KIRCHZARTEN. Die Ferien gehen ihrem Ende entgegen. Und damit laufen auch die letzten Angebote des umfangreichen Ferienprogramms vom Kirchzartener Kinder- und Jugendbüro. Schon traditionell lädt in dessen Rahmen die Jugendfeuerwehr unter dem Motto "Heiß und spannend!" zu einem interessanten Informationsnachmittag ins Gerätehaus der Feuerwehr Kirchzarten ein.

In diesem Jahr hielt sich das Interesse in Grenzen. Gerade mal fünf Jungen zwischen sechs und acht Jahren konnte Simon Fehrenbach, der Leiter der Jugendfeuerwehr, begrüßen. Einer davon war bereits ein "Insider", gehört er doch zu der jüngsten Feuerwehrnachwuchsgruppe, den "Feuerfüchsen". Klar, dass bei den Jungs das Interesse an den vielen unterschiedlichen Fahrzeugen in der Halle besonders groß war. Geduldig ging Fehrenbach bei dem Rundgang auf die vielen Fragen ein, öffnete jede Luke, demonstrierte das Aufsetzen eines Atemschutzgerätes oder erklärte die unterschiedlichen Wasserschläuche. Voller Stolz nahmen die Jungs in einem Tankwagen Platz und erfuhren, wie schnell die alarmierten Feuerwehrleute vom Umziehen zur Ausfahrt mit Blaulicht und Tatütata im Auto sitzen. Cockpit und Fahrersitz fanden besonderes Interesse. Dann wurden die Jungs Zeugen eines echten Löschangriffs, den die Mitglieder der Jugendfeuerwehr auf dem Platz vorm Gerätehaus demonstrierten. Alarm, Ausrücken mit Blaulicht, Befehlsannahme am Brandort, Montieren der Wasserverbindung und Ausrollen der Schläuche – alles wurde generalstabsmäßig vorgeführt. Der Befehl "Wasser marsch" löste Begeisterung aus. Gleich aus drei Rohren schossen gewaltige Wasserfontänen über den Platz. Als die jungen Besucher dann selbst mal ein Rohr halten durften, merkten sie, welche Kräfte von den Feuerwehrleuten dabei zu bewältigen sind: "Ganz schön schwer, das Löschrohr."

Bei der Demonstration einer Fettexplosion – weil brennendes Öl mit Wasser gelöscht wurde – konnten die jungen Feriengäste lernen, wie man’s nicht machen soll. Nach verschiedenen Wasserspielen ging es mit einem gemütlichen Grillen zu Ende. "Das war für uns ein guter Nachmittag", resümierte Simon Fehrenbach, "es war schön, das Interesse der Kinder zu spüren". Ob sich irgendwann mal einer von ihnen bei der Jugendfeuerwehr einfindet, werde sich zeigen.

Die Jugendfeuerwehr Kirchzarten gibt es als eine der ersten im Landkreis seit 1977. Derzeit treffen sich 31 Mädchen und Jungen zwischen zehn und 17 Jahren einmal wöchentlich zu Übungs- und Gruppenstunden. Sie werden von Jugendwart Simon Fehrenbach und seinen Stellvertretern Catharina Decker und Philipp Geisberger und weiteren Jugendbetreuern geleitet. Neben dem Erlernen von feuerwehrtechnischen Fertigkeiten gehören auch Spiele, Ausflüge oder die Teilnahme an Wettbewerben zum regelmäßigen Programm.

Seit Sommer 2013 gibt es als Angebot für Sechs- bis Neunjährige die "Feuerfüchse". Zu ihrem Programm gehören alle zwei Wochen Brandschutzerziehung, Experimente, gemeinsame Ausflüge, Spiele oder kreatives Gestalten.