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25. Februar 2017 11:19 Uhr

Elztalbahn

Bürger fordern Aufklärung bei Elektrifizierung

In einem offenen Brief verlangen die Bürger ein transparentes Verfahren. Kritik hagelt es vor allem an der Einschätzung zu Wirkungen von Elektrizität. Peter Weiß (CDU) will hingegen beschleunigen.

  1. Auseinandersetzungen bei der Elektrfizierung. Foto: dpa

In einem offenen Brief haben Jasmin und Jürgen Anders, Mitglieder der Elztalbahn-Bürgerinitiative in Absprache mit der BI, an Landrat Hanno Hurth, an den Zweckverband Regio Nahverkehr (ZRF) in Freiburg und an die Deutsche Bahn das Vorgehen zum Ausbau und der Elektrifizierung der Elztalbahn scharf kritisiert. Im Kern vermissen die Autoren die Einbeziehung der von dem Projekt betroffenen Bürger und fordern nach dem Buchstaben der Verwaltungsvorschrift der Landesregierung den dort dargestellten Fahrplan. In der Zusammenfassung am Ende ihres Schreibens kommen sie zu dem Schluss: "Wir möchten hier ganz klar zum Ausdruck bringen, dass wir die Nöte und Ängste des hinteren Elztals ernst nehmen und auch verstehen. Wir sind nicht gegen den Halbstunden-Takt. Wir sind für einen offenen und fairen Umgang, in dem die Rechte der Bürgerinnen und Bürger gewahrt werden."

Gravierende Widersprüche werden aufgelistet

Im Einzelnen weisen die Briefschreiber auf nach ihrer Meinung gravierende Widersprüche hin. Ein Punkt sei die für einen Halbstundentakt notwendige Zahl zusätzlicher Züge, die je nach Aussage variiere. Deshalb fordern Jasmin und Jürgen Anders eine verbindliche Angabe.

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Darüber hinaus verlangen sie eine gutachterlich geprüfte Lösung für den Bahnübergang Batzenhäusle. Die Briefeschreiber kritisieren, dass mit dem Bahnübergang ein neuralgischer Punkt aus dem Planfeststellungsverfahren herausgenommen worden sei. Die Begründung des ZRF sehen Jasmin und Jürgen Anders im Widerspruch zu Feststellungen zum Planfeststellungsverfahren.

"Wir sind für einen offenen und fairen Umgang, in dem die Rechte der Bürgerinnen und Bürger gewahrt werden." Jasmin und Jürgen Anders
Klare Aussagen vermissen die Briefeschreiber außerdem zur künftigen Länge der Züge und damit deren Kapazitäten. Vierteilige Züge jedenfalls wären für den im Verfahren vorgesehenen Bahnsteig in Gutach mit einer Ausdehnung von 140 Metern zu lang. Offen seien in diesem Zusammenhang auch Fragen zur Wartungsinfrastruktur. Strikt wehren sich Jasmin und Jürgen Anders in ihrem Brief gegen den Vorschlag von Landrat Hanno Hurth eines möglichen Sofortvollzugs des Planfeststellungsbeschlusses, damit die neue Elztalbahn wie geplant Ende 2019 in Betrieb gehen könne. Ein solcher Schritt sei "nicht nur undemokratisch und politisch unfair, sondern auch rechtlich bedenklich".

In Ergänzung zu diesem offenen Brief hat die Elztalbahn-BI mit einer Pressemitteilung am Freitag Aussagen von Armin Dietz, dem Leiter des Gesundheitsamts, zu den Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern als vermutlich gezielte Irreführung bezeichnet. Dabei beruft sich die BI auf die BZ-Berichterstattung zur Veranstaltung Anfang Februar im Haus des Gastes in Elzach. Im Gegensatz zu den von Dietz genannten Belastungswerten verweist die BI auf die wesentlich höhere Belastung, die mit dem geringeren Abstand zu den Stromleitungen einhergehe. Bei einem Abstand von zehn Metern hätten Messungen der BI Münstertalbahn viel höhere Werte ergeben.

Peter Weiß fordert zügige Elektrifizierung

Auf Bitte der Bürgerinitiative "Bürgerbündnis Elztalbahn jetzt" hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß, wie er ebenfalls am Freitag mitteilte, in einem Brief an den Vorstand der Deutschen Bahn gewandt. Darin habe er für eine zügige Elektrifizierung geworben. "Die Elektrifizierung der Elztalbahn ist ein zentrales Vorhaben in unserer Region. Es ist wichtig, dass die Planfeststellung zügig voranschreitet", schreibt Weiß. Er habe ein Gespräch mit Verantwortlichen der Bahn und der Bürgerinitiative abgesprochen.

Autor: bz