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20. Januar 2009
Frisch, frech, frei und frivol
"Die Li(e)derlichen" und die "Ohrwürmer" in Bleibach.
GUTACH-BLEIBACH. Beide Chöre, "die Li(e)derlichen" und die "Ohrwürmer", beherrschen die Töne in allen Variationen und verstehen es, die Menschen zu unterhalten und zum Lachen zu bringen. Sie sind frisch, frech, frei und frivol und trotzdem wahren beide ein hohes musikalisches Niveau. Die Waldkircher A-capella-Gruppe die Li(e)derlichen singt zwar erst seit knapp einem Jahr in dieser Besetzung zusammen, doch ihre Stimmen harmonieren, und die Stimmung ist offensichtlich gut.
Sie starteten mit "Aux Champs Elysée" als musikalische Liebes- und Beziehungsgeschichte eines Paares. Annette Spengler und Holger Rudolph moderierten dabei mit einem lässigen Selbstbewusstsein so frisch und frech, dass alleine das schon ein Genuss war. Doch natürlich ging es auch um den Gesang. "Aber Dich gibt’s nur einmal für mich" von den Nilson Brothers wurde aufgepeppt mit einem dynamischen Rhythmus, Zweitstimme und Untermalung und erhielt so eine eigene Prägung. Für Gänsehaut sorgte Annette Spengler mit dem schwedischen Lied "Gabriellas Sang" aus dem Film "Wie im Himmel". Ihre kräftige Altstimme füllte die Güterhalle und war dennoch weich und sehr weiblich.
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Vielleicht war es auch ihre starke Ausstrahlung und Glaubwürdigkeit, mit der sie das sehnsuchtsvolle Lied sang, so dass es den Herzen zum Schmelzen hätte bringen können. Weil der E-Mail-Verkehr auf Dauer nicht erfüllend war, geschah, was kommen musste: "Bye, bye, Love". Mit "Lollipop" endeten sie dann humorvoll, denn all zu traurig wollten die Li(e)derlichen das Publikum dann doch nicht in die Pause lassen.
Sie waren keineswegs die Vorgruppe der bereits bekannteren "Ohrwürmer", sondern ebenbürtig. Eine schöne Herausforderung für die Sänger des Männergesangsvereins Oberried, aus denen sich die Gruppe gebildet hat.
Die Ohrwürmer starteten mit einem Rap und flottem Text über den selbst gemachten Stau auf der A 5 oder beim Aldi vor der Kasse. Auch typische Tabuthemen wie "Wenn der Herrgott ruft zur Himmelsfahrt" gingen sie unverkrampft und musikalisch an und überraschten bei einer romantischen Melodie mit "Ich habe Bindungsangst" und "Bitte gehe schnell" ihre Zuhörer.
Bei solch großen Problemen mussten natürlich alle Frauen und alle Männer in der Güterhalle jeweils für ihr Geschlecht singen und bei der Lösung "trennend mithelfen". Ungelenken Sexappeal verströmten sie bei "Sweet dreams" und flockigen Humor bei "Don’t worry, be happy". Herausragender Sänger war Gerald Lauby, dem Klassisches genauso gekonnt aus der Kehle kam wie sein gefühlvolles "Only you" von den Flying Pickets, das er abwechselnd mit Matthias Riesterer sang. Endlich mal ein Männergesangsverein, bei dem es richtig rockt. Beim Finale reichte die Kleinkunst-Bühne beinahe nicht für beide Gruppen, aber eines war bei "Oh, happy day" klar: Das war feinste Unterhaltung.
Autor: Gerda Oswald
