Gefühl für Land und Leute entwickeln

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 15. Mai 2018

Kreis Emmendingen

Eine Gruppe von GHSE-Berufsschülern war zu Besuch in China.

EMMENDINGEN (BZ). Zwölf Berufsschüler der Gewerblichen und Hauswirtschaftlich-Sozialpflegerischen Schulen Emmendingen (GHSE) reisten begleitet von den Lehrern Martin Lehmann, Roland Koßmann und Jutta Kury nach China. In der Provinzhauptstadt Hangzhou trafen sie auf zwölf chinesische Schülerinnen und Schüler der Kaiyuan Business Vocational School, in deren Familien sie eine Woche lang wohnten und mit denen sie gemeinsam die Schulbank drückten.

"Hauptziel des Aufeinandertreffens ist es, das jeweils andere Bildungssystem kennenzulernen", sagte Martin Lehmann, der an den GHSE die Abteilung Berufsschule leitet und den Austausch im Jahr 2007 initiiert hat. "Dabei geht es uns vor allem um den beruflichen Bereich, aber auch darum, für Land und Leute ein Gefühl zu entwickeln". Da viele Ausbildungsbetriebe Niederlassungen in China hätten, sei das von ihnen ausdrücklich erwünscht. Häufig würden sich die Firmen finanziell am Austausch beteiligen oder gewährten den Auszubildenden dafür Sonderurlaub. "Deshalb ist es mir wichtig, dass immer ein Vertreter aus dem Bereich der dualen Partner diesen Austausch begleitet", so Martin Lehmann. Dieses Jahr war Norbert Buser, Ausbilder bei der Wehrle-Werk AG in Emmendingen, dabei.

"Die Rollen sind anders verteilt", antworteten die Schüler auf die Frage, was ihnen in den chinesischen Familien am meisten aufgefallen sei. Beide Elternteile arbeiteten, und häufig seien die Frauen die beruflich Erfolgreicheren und hätten eher das Zepter in der Hand. "Und die chinesischen Schüler sind sehr ehrgeizig und karrierebewusst", meinten Enzo Job und Menderes Berisha, zwei der zwölf GHSE-Schüler.

Neben der Teilnahme am Schulleben wurden vor Ort auch chinesische Firmen besichtigt. Besonders aufschlussreich war der Einblick in die Firma Alhua, die in Hangzhou Kamerasysteme für die ganze Welt baut. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 5000 Mitarbeiter, die im Schnitt 32 Jahre alt sind und zum Großteil auch auf dem Firmengelände wohnen.

In der zweiten Woche reiste die Gruppe durch Chinas Osten und sammelte weitere Eindrücke. Auch Schanghai und Peking standen auf dem Programm.