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26. März 2016

Hochbetrieb auf der Hochburg

Sigune Williams und Matthias Seifert sind die neuen Pächter auf der Domäne – und haben viel vor.

  1. Seit Mitte 2015 bewirtschaften Sigune Williams und Matthias Seifert das Hofgut auf der Staatsdomäne Hochburg und haben auf dem Demeter-Hof auch einen mobilen Hühnerstall eingeführt Foto: Markus Zimmermann

EMMENDINGEN. Mitte des vergangenen Jahres haben Matthias Seifert und Sigune Williams die Bewirtschaftung des Hofguts Domäne Hochburg übernommen. Eine reizvolle Herausforderung für beide: Für den 45-Jährigen ist es das erste Mal, dass er "in dieser Form selbstständig ist". Seine 38-jährige Partnerin ist "erstmals in Vollzeit landwirtschaftlich tätig" – zuvor war sie mehr "auf dem Gebiet der Heilpädagogik und der ländlichen Hauswirtschaft" beschäftigt, wie sie sagt.

Im Freiburger Stadtteil St. Georgen ist Matthias Seifert aufgewachsen und dort schon früh mit der Landwirtschaft in Berührung gekommen. Freude an diesem Tätigkeitsfeld fand er bei einem Nachbarn, der einen Hof hatte, jedoch keine Kinder, die diesen übernahmen. Der Landwirtschaftslehre folgte später das Studium, die biologisch-dynamische Orientierung entstand zuvor schon durch den Besuch der Waldorfschule. "Ich bin auf einem biologisch-dynamisch geführten Betrieb groß geworden", erklärt Sigune Williams, die in Frankfurt die Waldorfschule besuchte.

Für die Aufgabe auf der Hochburg entschied sich Matthias Seifert unter anderem, weil er dort eine ganz besondere Konstellation vorfindet. "Die Zusammenarbeit von Schule, Forschung und praktischem Betrieb halte ich für sehr spannend", sagt er. Zuvor hatte er diesbezüglich schon Erfahrungen auf einem großen Demeter-Betrieb in Bayern sammeln können, wo er als Gutsverwalter tätig war.

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Herzstück für die Bewirtschaftung der Hochburg nach Demeter-Richtlinien sind für Seifert die Rinder, ist also die Milchkuhhaltung. Neu aufgebaut hat er eine Legehennenhaltung und in diesem Zusammenhang einen mobilen Hühnerstall angeschafft. "Hühner haben keinen großen Bewegungsradius rund um ihren Stall, weshalb um diesen herum der Boden schnell leergepickt ist", erklärt er die sechsstellige Investition. Wenn sich die Hühner nicht bewegen, wechselt der Stall auf Kufen seinen Standort, so dass die Wiesen sich erholen und die Hühner immer wieder frischen Boden haben.

Ergänzend züchten die Pächter auch Gänse, die zwischen den Bäumen auf der als Biotop ausgewiesenen Streuobstwiese weiden. Neben der Tierhaltung ist die Hochburg aber auch ein vielfältiger Ackerbaubetrieb, werden verschiedene Getreidesorten und Ackerfrüchte angebaut, Wiesen und Obstanlagen bewirtschaftet.

In die Eigenvermarktung über einen Hofladen wollen die neuen Pächter nicht einsteigen. "Das können die vorhandenen Anbieter besser und mit einem breiteren Sortiment, zumal sie zentraler liegen", sagt Matthias Seifert. Im eigenen Automaten bietet das Hofgut aber rund um die Uhr frische Milch, Eier und Apfelsaft an. Angedacht ist zudem ein kleines Café. "Die Hochburg ist ein beliebtes Ausflugsziel, da könnte das gut passen", sagt Sigune Williams. In bescheidenem Rahmen könnten in dem Café aber weitere hofeigene Produkte angeboten werden.

Autor: Markus Zimmermann