Kiwanis würdigt vorbildhafte Initiativen

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Mo, 15. Oktober 2018

Kreis Emmendingen

Förderpreise gehen zu gleichen Teilen an Zarok und Glücksstübli.

EMMENDINGEN. "Jeder der Vorschläge, die für den Kiwanis-Kinder-Förderpreis 2018 eingereicht wurden, hätte diesen Preis verdient", sagte Juryvorsitzender und Landrat Hanno Hurth bei der Preisverleihung am Samstag im Haus am Festplatz. Am Ende jedoch habe sich die Jury für zwei gleichberechtigte Preisträger entschieden. Jeweils mit 2000 Euro belohnt wird die Arbeit von Zarok, einem Verein, der Kinder in nordirakischen Flüchtlingslagern unterstützt, und von Glücksstübli in Elzach, einer Initiative für behinderte und benachteiligte Kinder.

Eigentlich zählt die Förderung von Kindern und Jugendlichen zu den Aufgaben des Kiwanis-Club Emmendingen-Baden. So sind die Ferienschule und die Schulranzen-Aktion ureigene Projekte der Charity-Organisation. Die Idee des Förderpreises, der nun schon zum fünften Mal verliehen wurde, ist es, "Gruppen und Einzelpersonen zu unterstützen, die Ähnliches tun", erläuterte Marcel Timm.

"17 Vorschläge haben wir gesichtet und bewertet", sagte Hanno Hurth für die Jury, der neben ihm noch Michael Ebertz, Professor an der katholischen Hochschule Freiburg, Silvia Kraus vom Kinderschutzbund, Heike Walter vom Kreisjugendamt und Erhard Schweizer, Präsident des Kiwanis-Clubs angehören. "Gewinner sind letztlich schon alle eingereichten Initiativen, denn allein dadurch, dass sie für den Preis vorgeschlagen wurden, ist klar: Sie werden wahrgenommen und wertgeschätzt", sagte Hurth.

"Human ist der Mensch, dem der Anblick fremden Unglücks unerträglich ist", zitiert Hannelore Reinbold-Mench den französischen Philosophen Voltaire, um die Preisträger von Zarok zu würdigen. "Die Frauen dieser Initiative überweisen nicht Geld, um ihr Gewissen zu beruhigen", sagte die um eine Laudatio gebetene Bürgermeisterin von Freiamt. "Vielmehr gehen sie vor Ort, kaufen Waren und Dienstleistungen vor Ort und verhelfen den Kindern in den Flüchtlingslagern im Nordirak durch ihre Bildungsangebote dazu, bei aller Tristesse eine Zukunft zu sehen." Vorbildhaft hätten sich die Initiatorinnen auch nicht von bürokratischen Hürden abschrecken lassen, bauten ein stabiles Netz der praktischen Hilfen auf und halfen so, "Grenzen in den Herzen der Menschen zu überwinden". Begonnen mit einer Kleiderspende hat sich Zarok mittlerweile auf vielen Ebenen engagiert.

Aus einer kleinen Idee wurde auch beim Glücksstüble etwas Großes. "Eine lebensnahe Aktion", sagte Laudator Roland Tibi, der auch mächtig stolz ist auf die Initiative in seiner Gemeinde. Auf dem Bioland-Hof "‘s Fleckli" ist ein Ort entstanden, an dem behinderte und benachteiligte Kinder und Jugendliche Wertschätzung und Anerkennung erfahren. Produkte im Schwarzwalddesign werden dort gemeinsam gefertigt, in einer Arbeitsatmosphäre, die viel Abwechslung ermögliche. So könnten, so Tibi, die dort Mitarbeitenden auch gut ihre Talente entdecken und entwickeln. Dazu gehört auch, dass Jugendlichen auch Praktika-Plätze angeboten werden.