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14. September 2017 14:03 Uhr

ÖDP hofft auf steigende Wahlbeteiligung

EMMENDINGEN. Der Schwerpunkt politischer Präsenz der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) liegt eindeutig im Süden des Wahlkreises Emmendingen-Lahr. In Denzlingen stellt die ÖDP mit Markus Hollemann den Bürgermeister (übrigens den einzigen in Baden-Württemberg), der zudem Mitglied des Emmendinger Kreistags ist. Im Denzlinger Gemeinderat sitzt Axel Weniger, Vorsitzender des ÖDP-Kreisverbands Emmendingen, im Teninger Rat vertreten ist Michael Kefer, der aktuelle Kandidat der ÖDP zur Wahl in den Bundestag.

Kefer ist als Kandidat zu unterschiedlichen Parlamenten längst kein Unbekannter mehr. Bei den Bundestagswahlen 2013 erzielte er im Wahlkreis immerhin exakt zwei Prozent der Erststimmen, wobei die ÖDP lediglich 0,72 Prozent der Zeitstimmen erhielt. Ein Jahr später kandidierte Kefer bei der Wahl zum Europäischen Parlament und 2016 für den Landtag. Der ÖDP-Landesverband hat das honoriert: Seit 2015 ist Kefer erster stellvertretender Landesvorsitzender. Die Verwurzelung in der Region, sagt er, habe ihm immer wieder geholfen. "Ich glaube schon, dass das wichtig ist." Besonders deutlich werde dies vor Wahlen für die notwendige Sammlung von Unterstützerunterschriften. Da helfe im Süden des Wahlkreises seine eigene Präsenz und die seiner Parteikollegen. Im Norden, wo die ÖDP "grundsätzlich weniger präsent ist", seien andere Kontakte wie die der Mutter hilfreich. Kefer ist in Appenweier aufgewachsen. "Ganz viele kennen uns", registriert Kefer zufrieden auch in diesem Wahlkampf. Nachhaltig beeindruckt worden seien die Menschen vor allem von dem im Internet angebotenen Wahl-o-mat. Das Fazit des Kandidaten: "Die ÖDP ist nicht im ganzen Wahlkreis verankert, aber wir werden verstärkt wahrgenommen."

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Ganz ober auf der Liste der politischen Themen steht für Kefer die Familie und die Forderung der ÖDP nach einem Erziehungsgehalt. Da in der Sozialpolitik das bisherige Umlageverfahren künftig nicht mehr funktionieren werde, verlangt die ÖDP eine nicht näher beschriebene "neue, gerechte Sozialpolitik". Nur damit, sagt Kefer, könne "die große Frage der Zukunft" beantwortet werden. Ebenfalls ganz neu gedacht werden müsse auf dem Feld der Mobilität und der Energieversorgung, wobei die Verankerung in der Region elementar sei. "Große Stromtrassen zu bauen, macht keinen Sinn." Voraussetzung auch für regionale Lösungen − beispielsweise Biogas-Produktionsanlagen, die unabhängig von Monokulturen betrieben werden − sei eine stärkere Förderung von Seiten des Bundes. Dazu zähle auch neben der Abkehr von Atomstrom der Ausstieg aus der Energieproduktion in Braunkohlekraftwerken.

"Es geht mir darum, der ÖDP ein Gesicht zu geben", sagt Kefer als Antwort auf die Frage, ob denn eine erfolglose Kandidatur nach der anderen nicht frustrierend sei. Der ÖDP eine Konstante zu verschaffen, sei eine ganz wichtige Sache: "Wir sind wählbar vor Ort." Und: "Wenn ich pessimistisch wäre, könnte ich nicht am Wahlinfostand stehen." Selbstverständlich sei dies mit der Hoffnung auf eine steigende Wahlbeteiligung verbunden. Der erste Schritt dahin sei getan, denn viele Menschen, hat Kefer registriert, stellten sich die Frage: Wen soll ich wählen? Und wie reagiert die ÖDP im Wahlkreis darauf? Kefer: "Wir sind kämpferisch."

Michael Kefer wurde am 5. August 1968 in Offenburg geboren. Er wuchs in Appenweier auf, absolvierte eine Ausbildung zum Kaufmann und legte auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur ab. An der damaligen Katholischen Fachhochschule in Freiburg studierte er Religionspädagogik. Anschließend war er acht Jahre lang Gemeindereferent. 2004 wechselte er in den Schuldienst (Gewerbliche Schulen in Lahr). Seit 1996 lebt Kefer in Teningen. Er ist verheiratet und hat zwei inzwischen erwachsene Kinder.

Autor: Marius Alexander