Razzia wegen Drogen

Sigrun Rehm

Von Sigrun Rehm

So, 29. April 2018

Kreis Emmendingen

Der Sonntag Geflüchtete aus Kreis Emmendingen und Rheinfelden in U-Haft.

Wegen des Verdachts auf Drogenhandel hat die Polizei am Mittwoch mehrere Unterkünfte von Geflüchteten im Kreis Emmendingen und in Rheinfelden durchsucht. Zwölf Personen, die meisten aus Gambia, befinden sich nun in Untersuchungshaft.

Der Drogenrazzia seien seit Oktober umfangreiche und aufwendige Ermittlungen unter Leitung des Emmendinger Kriminalkommissars Richard Kerber vorausgegangen, teilten Polizeipräsidium und Staatsanwaltschaft Freiburg mit. Die Aktion, die am Mittwochmorgen zeitgleich in zahlreichen Ortschaften stattfand, habe für die Polizei ein wichtiges Ergebnis gebracht, sagte Polizeisprecher Walter Roth auf Nachfrage: "Sie hat Erkenntnisse bestätigt, dass Gambier inzwischen eine führende Rolle im Drogenhandel in der Region spielen."

Durchsucht wurden demnach insgesamt vier Asylbewerberunterkünfte – zwei in Emmendingen, eine in Sasbach und eine in Rheinfelden – sowie mehrere Wohnungen von Geflüchteten im Kreis Emmendingen. Gefunden wurden größere Mengen Marihuana, Dealer-Utensilien wie Verpackungsmaterial und eine Waage, hinzu kommt Bargeld in Höhe von 15 000 Euro, das laut Roth vermutlich aus den Drogengeschäften stammt.

Insgesamt ermittelt die Kriminalpolizei gegen 24 Personen im Alter zwischen 18 und 38 Jahren wegen Drogenhandels. 15 davon wurden dem Haftrichter vorgeführt, zwölf befinden sich nun in Untersuchungshaft. Die meisten der Verdächtigen stammen aus Gambia, laut Roth sind aber auch Somalier und Syrer dabei.

Verkauft haben sie das Cannabis nach ersten Erkenntnissen sowohl in den Flüchtlingsunterkünften, in denen sie leben, als auch auf öffentlichen Plätzen in der Region. Die genauen Orte wollte Roth zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Bekannt ist, dass Gambier zumindest zeitweise den Handel mit weichen Drogen auf dem Stühlinger Kirchplatz in Freiburg beherrschen. Dass Migranten aus dem kleinen westafrikanischen Land nicht nur in der Region, sondern bundesweit seit rund vier Jahren im Drogenhandel überrepräsentiert sind, habe wohl mehrere Gründe, so Walter Roth. Oft gelte es, Schulden bei Schleusern, die sie nach Europa gebracht haben, zu begleichen, außerdem sei die Vernetzung der Landsleute untereinander oft eng. "Die meisten der Beteiligten konsumieren selber Marihuana und werden Dealer, weil sie etwas mitverdienen wollen", erklärt der Polizist. Der Stoff und das nötige Know-how werde in der Regel innerhalb der eigenen Community weitergegeben, auch der Kundenkreis rekrutiere sich dort.

Die umfangreichen Ermittlungen dauern an: "Derzeit laufen die Befragungen von Beschuldigten und Zeugen", so Roth. Ob man über sie an mögliche Hintermänner herankommt, müsse sich zeigen. Bisher sei unklar, woher die Verdächtigen die Drogen bezogen.