Wieder mehr Komasäufer

Marius Alexander

Von Marius Alexander

Do, 24. Januar 2019

Kreis Emmendingen

Nach einem Rückgang ist die Zahl jugendlicher Klinikpatienten im Landkreis 2017 angestiegen.

EMMENDINGEN. Die Entwicklung liegt im Landestrend: Nach Feststellung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg ist nach einem Rückgang zwischen 2010 und 2015 die Zahl alkoholbedingter Behandlungen von Jugendlichen in Krankenhäusern auch im Landkreis Emmendingen im Jahr 2017 wieder angestiegen. Von 70 im Jahr 2010 über 48 im Jahr 2015, 45 im Jahr 2016 auf nun 47 im Jahr 2017. Im Landesdurchschnitt war die Zahl bereits im Jahr 2016 wieder angestiegen.

Bei der Erläuterung seiner Zahlen weist das Statistische Landesamt jedoch auch darauf hin, dass es im Vergleich der Land- und Stadtkreise deutliche Unterschiede gebe. Im Jahr 2017 wurden demnach im Kreis Emmendingen mit 38,5 Fällen je 10 000 Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren mehr Fälle vollstationärer Behandlung registriert als im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald mit 36,2 oder dem Stadtkreis Freiburg mit 31,3 Fällen. Im Landesdurchschnitt wurden 34,2 Fälle berechnet. Waren die Fallzahlen sowohl in Breisgau-Hochschwarzwald (um drei) wie in Freiburg (um acht) gesunken, stiegen sie von 2016 auf 2017 im Landkreis Emmendingen um zwei an.

Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK), die vor wenigen Tagen auf diesen Umstand hingewiesen hat, setzt laut einer Pressemitteilung auch in diesem Jahr auf ihre Kampagne "bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen" und den Wettbewerb für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren (http://www.dak/de/buntstattblau "Eine regionale Alkoholprävention ohne erhobenen Zeigefinger bleibt für uns unverzichtbar, damit sich die gute Entwicklung auch dauerhaft auf unsere Region überträgt" , wird Petra Rambach von der DAK-Gesundheit in Freiburg in der Pressemitteilung zitiert. Die Präventionskampagne finde zum nun zehnten Mal statt. Gesucht seien kreative Botschaften auf Plakaten gegen das Rauschtrinken. Schirmherr im Land ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Das häufigste Alter bei männlichen Jugendlichen, die 2017 im Krankenhaus stationär wegen ihres Alkoholkonsums behandelt worden waren, lag laut Statistischem Landesamt bei 16 Jahren, bei weiblichen Jugendlichen bei 15 Jahren. Wurden landesweit 2733 Fälle verzeichnet, entfielen auf männliche Jugendliche 1575 Fälle (minus 102 gegenüber 2016). Auf weibliche Jugendliche kamen 1158 Fälle (plus 25 gegenüber 2016). Als Ergänzung führt das Landesamt an, dass die stationären Krankenhausbehandlungen zumeist wegen "akuter Rauschzustände" eingeleitet worden seien.