Betreuen mit Vertrauen

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Di, 23. Oktober 2012

Kreis Lörrach

Der Betreuungsverein SKM im Landkreis Lörrach feierte sein 20-jähriges Bestehen.

LÖRRACH. 1992 wurde das alte Vormundschaftsrecht abgelöst von einem neuen Betreuungsgesetz. Damit erhielt die rechtliche Betreuung einen g neuem Inhalt: Wer aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht in der Lage ist, seine persönlichen Angelegenheit selbständig zu lösen, dem ordnet das Gericht eine Betreuerin oder eine Betreuer zu. Diese kümmern sich dann um die finanziellen Belange, um Angelegenheiten der Wohnung, der gesundheitlichen Versorgung oder auch um Behördenkontakte. Dieses hohe persönliche Engagement wurde mit einer Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Betreuungsvereins SKM im Landkreis Lörrach gewürdigt.

Nicht immer muss ein Betreuer alles erledigen, doch für das ihm zugeteilte Gebiet trägt er die volle Verantwortung und muss entscheiden. Dies stets im Sinne der oder des Betreuten, wie Helfried Hofmann, Vorsitzender des Katholischen Vereins für Soziale Dienste hervorhob. Der Verein, kurz SKM genannt, führt derzeitig 166 Betreuerinnen und Betreuer, die sich um 216 Personen kümmern. Vertrauen habe dabei die herausragende Bedeutung, denn der Wille der betreuten Frauen und Männer stehe im Vordergrund. Das sei das Neue; heute werde niemand mehr bevormundet. Justizminister Rainer Stickelberger sprach bei der Feier seinen Dank an alle 70 000 ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer in Baden-Württemberg aus. Mit der ehrenamtlichen Betreuung von rund 105 000 Personen übernähmen sie ein sehr gewichtige Aufgabe und entlasten damit den Staat. Hauptmotiv sei dabei stets der Wille zur Hilfe, die geringe jährliche pauschale Aufwandsentschädigung von 323 Euro sei gewiss kein Grund für die Übernahme von Verantwortung und viel Aufwand. Denn meist kämen viele Stunden pro Monat zusammen, um das Einkommen zu verwalten, die notwendige medizinische Versorgung zu organisieren oder auch den Dialog mit Behörden zu führen.

Er hoffe, dass noch in dieser Wahlperiode der Bundestag die Regelungen für eine höhere Aufwandspauschale verabschiede. Überhaupt fände dieses Engagement in der Gesellschaft noch zu wenig Anerkennung. Denn wegen der demographischen Entwicklung werde sich der Bedarf an ehrenamtlicher Betreuung in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Auch bedürften immer mehr Jugendliche und Jungerwachsene einer solchen Begleitung.

Dem SKM dankte Stickelberger für die sichere und qualifizierte Führung. Kreissozialdezernentin Elke Zimmermann-Fiscella würdigte, dass sich der SKM auch verstärkt um die Anleitung von Betreuern mit Migrationshintergrund bemüht, weil auch unter Einwanderern immer mehr Frauen und Männer einer rechtlichen Betreuung bedürfen. Es sei Verdienst des Vereins, stets sehr gründlich zu prüfen, wie Betreuer und Betreute zusammen passen, um größtmögliches Vertrauen aufzubauen. Michael Karmann, Geschäftsführer des SKM-Diözesanvereins Freiburg sagte, auch künftig werde diese Form der Lebenshilfe ohne jegliche religiöse Schranken gewährleistet.