Elektrifizierung bis 2025

Michael Baas

Von Michael Baas

Sa, 08. April 2017

Kreis Lörrach

Landesverkehrsministerium meldet konkrete Fortschritte für die Hochrhein-Elektrifizierung.

LÖRRACH/WALDSHUT-TIENGEN. Die Elektrifizierung des 75 Kilometer langen Teilstücks der Hochrheinbahn zwischen Basel und Erzingen gestaltet sich seit Jahren zäh. Nun aber kündigt das Landesverkehrsministerium konkrete Fortschritte an. Ende des Monats solle eine Planungsvereinbarung für die Strecke und die erforderlichen weiteren Arbeiten unterschrieben werden. Für 2025 rechne das Ministerium dann mit der Inbetriebnahme, teilt die Pressestelle auf Anfrage weiter mit.

Die Elektrifizierung der Strecke steht seit Jahren auf der Agenda. Schon Anfang 2013 sollte die "Basler Erklärung", hinter der das Land, die Kreise Lörrach und Waldshut und die Kantone Basel-Stadt und Schaffhausen standen, Schwung in das Vorhaben bringen. Damals war noch von einem Abschluss bis 2019 die Rede. Davon redet niemand mehr. Vom Nutzen des Projektes sind die Verantwortlichen im Land, den Kreisen und Kantonen aber nach wie vor überzeugt. Dieses sei "ein sehr wichtiger Baustein für ein besseres Bahnangebot im Süden des Landes", betonte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) laut der Mitteilung zu der Planungsvereinbarung denn auch.

Bereits vor einem Jahr hatten sich das Land, die Kreise Waldshut und und Lörrach, der Regionalverband Hochrhein-Bodensee, das Schweizer Bundesamt für Verkehr sowie die Kantone Basel-Stadt und Schaffhausen denn auch auf Grundzüge der Finanzierung verständigt. Nun haben sich die DB Netz, die DB Energie, das Land und das Landratsamt Waldshut als Vertreter der Kreise Lörrach, Waldshut und des Kantons Basel-Stadt auch auf eine Planungsvereinbarung geeinigt. Konkret geht es um die Planungsphasen drei und vier; wobei Letztere bereits die Genehmigung ist. Abgeschlossen sein soll der Planungsprozess, der mit Interreg-Mitteln sowie Beiträgen des Landes, der Kreise Lörrach und Waldshut und des Kantons Basel-Stadt finanziert wird, nach Angaben der DB bis 2022/23. "Die Planung soll zügig vorangetrieben werden", teilte Hermann nach einem Gespräch mit Landtagsabgeordneten und Kommunalvertretern der Region denn auch mit.

"Die Elektrifizierung kommt", bewertete der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und Abgeordnete im Wahlkreis Waldshut, Felix Schreiner, die Entwicklung inzwischen auch positiv. Als Vertreter der Opposition bis 2016 war Schreiner noch einer derjenigen, die angesichts der Strategie des Landes immer wieder Zweifel äußerten. "Das wichtige Infrastrukturprojekt am Hochrhein kommt auf die Zielgerade", freute sich auch der Verkehrspolitiker der grünen Landtagsfraktion Thomas Marwein, der den Wahlkreis Offenburg vertritt. Landrat Martin Kistler (Kreis Waldshut) und der erste Landesbeamte des Kreises Lörrach Ulrich Hoehler hoben die Bedeutung des Projekts für ganze Hochrheinregion und den kommunalen Finanzierungsbeitrag der Kreise von insgesamt jeweils zehn Millionen Euro hervor. "Verbesserungen beim Angebot und in der Qualität des Verkehrs sind zwingend und müssen rasch kommen", bekräftigen beide unisono.

Das Projekt wurde 2012 auf Kosten von auf gut 160 Millionen Euro veranschlagt. Diese sollen mittels des Bundes-Gemeindeverkehrsfinanzierungsprogramms finanziert werden. Darüber können Nahverkehrsvorhaben durch den Bund mit bis zu 60 Prozent der Kosten finanziert werden. Das Land sei dazu in guten Gesprächen mit dem Bundesministerium. Die übrigen 40 Prozent sollen je hälftig zwischen deutschen und Schweizer Beteiligten geteilt werden. Das Land hat zudem zugesagt, den Fahrplan der IRE-Züge zwischen Basel und Singen zum durchgehenden Stundentakt auszubauen.

Die Elektrifizierung gilt nach Angaben des Ministeriums inzwischen als "zentrales Projekt zur nachhaltigen Optimierung des Schienennahverkehrs" im Land mit erheblicher grenzüberschreitender Bedeutung sowie für Verkehre zwischen den Kantonen Basel, Schaffhausen und Aargau über deutsches Gebiet. Langfristig eröffne dieses Projekt vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten für die verbundenen Regionen, Kantone und Kommunen.