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13. September 2015 16:46 Uhr

Neues Konzept an der Friedrichschule

Am Montag startet die erste Gemeinschaftsschule in Lahr

Die Friedrichschule nimmt am Montag mit drei fünften Klassen und 57 Schülern als erste Gemeinschaftsschule in der Stadt ihre Arbeit auf. Über das Konzept und die Ausbaupläne hat sich die SPD informiert.

  1. Die Friedrichschule startet am Montag als Gemeinschaftsschule. Foto: Christoph Breithaupt

LAHR. Das Leitungsteam der Friedrichschule mit Günter Ugi, Hans Nerpel und Nicole Beyer haben den Sozialdemokraten Konzept und Räumlichkeiten der neuen Gemeinschaftsschule vorgestellt. "Wir haben das Rad nicht neu erfunden", sagte Schulleiter Ugi über die Bemühungen, die Werkrealschule in eine Gemeinschaftsschule überzuführen. "Die pädagogische Konzeption ist weiter entwickelt worden." Günter Ugi verhehlte nicht, dass die Haupt- und Werkrealschulen zunehmend von den Eltern abgewählt worden seien. "Der Trend war nicht aufzuhalten", sagte der Schulleiter, der sich beim Schulträger dafür bedankte, den Rückenwind für das "Wagnis Gemeinschaftsschule" erhalten zu haben.

"Am Montag geht’s mit drei fünften Klassen los", ergänzte Konrektor Hans Nerpel. Die übrigen Klassen würden wie bisher als Werkrealschule weitergeführt und sukzessive durch Klassen der Gemeinschaftsschule ersetzt. "Wir haben keine Eile, das alles ist ein langer Prozess", machten die Schulvertreter deutlich, dass man behutsam die nächsten Jahre abwarten müsste, wie sich die Gemeinschaftsschule entwickle. Jedenfalls sei es künftig an der Gemeinschaftsschule möglich, die Mittlere Reife oder auch das Abitur zu machen. In der Praxis sehe es aber vermutlich so aus, sagte Günter Ugi auf Nachfrage, dass die Schüler mit gymnasialem Profil an die benachbarten Gymnasien (mit Noten im Zeugnis) geschickt würden.

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Zur Verstärkung erhielt die Friedrichschule zum Schulbeginn neun Lehrer zugeteilt, darunter einen Realschul- und einen Gymnasiallehrer. Wie das Leitungsteam erläuterte, werde in einer Gemeinschaftsschule anders unterrichtet. Dem Lehrer komme dabei eine besondere Rolle zu: "Es gibt keinen Frontalunterricht mehr wie vor 30 Jahren", sagte Nicole Beyer. Schlagworte waren individuelles Lernen nach drei Niveaustufen, aber auch gemeinsames und kooperatives Lernen. Von Bedeutung seien Coaching-Gespräche und Elternarbeit. Das Mitspracherecht der Eltern spiele eine große Rolle. "Das wird ein Imagegewinn für die Friedrichschule sein", lobte der SPD-Fraktionssprecher Roland Hirsch die neuen Unterrichtsformen.

Am Schuljahresende gebe es keine Noten mehr, dafür aber verbale Beurteilungen, die in einem Lernentwicklungsbericht festgehalten werden, erklärten die Schulvertreter. So seien Lerntagebücher eingeführt worden, die eine Rückmeldung aus dem Elternhaus erforderlich machen. Stolz ist Günter Ugi nach eigenen Worten darauf, dass sich das 35-köpfige Kollegium auf ein gemeinsames pädagogisches Konzept einigte: "Wir ziehen alle an einem Strang."

"Es gibt keinen

Frontalunterricht

mehr wie vor 30 Jahren."

Nicole Beyer über neue Lernformen
Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Mark Rinderspacher mahnte angesichts der Inklusion noch Konzepte für die Unterrichtung von behinderten Schülern an. Noch keine Zusage konnte Bürgermeister Guido Schöneboom machen, was die von der Schule gewünschten baulichen Veränderungen zur Gemeinschaftsschule anbelangt. So soll im rückwärtigen Bereich Platz für Multifunktionsflächen wie Aula, Cafeteria und weitere ein- oder mehrzügige Gruppenräume geschaffen werden. Mit der Finanzierung werde sich der Gemeinderat bei den Haushaltsberatungen im Frühjahr 2016 beschäftigen.

Für Schöneboom stand am Ende des Vor-Ort-Termins in der Friedrichschule fest: "Der Schulträger steht voll und ganz hinter der Gemeinschaftsschule. Am Standort im Osten der Stadt wird nicht gerüttelt. Ich drücke ihnen die Daumen für den Start am Montag."

Weitere Informationen unter http://www.friedrichschule-lahr.de

Autor: Wolfgang Beck