Beeindruckt von der Arbeit und der Aussicht

Hagen Späth

Von Hagen Späth

Mi, 10. November 2010

Lahr

Regierungspräsident Julian Würtenberger hat gestern der Ökologiestation auf dem Langenhard einen Besuch abgestattet.

LAHR. Beeindruckt von der Landschaft und der Aussicht vom Langenhard, aber auch von der Arbeit der Ökologiestation hat sich Regierungspräsident Julian Würtenberger bei seinem Besuch gestern auf dem Freizeithof Langenhard gezeigt. "Es ist immer gut, sich die Dinge vor Ort anzusehen", sagte Würtenberger, der die Ökologiestation bisher nur vom Schreibtisch aus kannte.

Wie Würtenberger erklärte, war er als Mitglied des Ausschusses, der über die Interreg-Mittel der EU für grenzüberschreitende Förderungen entschied, im Sommer auch mit einem Antrag der Ökologiestation betraut: "Von daher kannte ich einen Teil der Arbeit hier schon." Übrigens mit gutem Ende für die Ökologiestation, wie Antje Kirsch und Jörg Streib vom Leitungsteam berichteten. Sie haben für ihr eingereichtes binationales Projekt "Eine Natur, zwei Sprachen, ein Netzwerk" die Zusage der Förderung über drei Jahre erhalten. Das Projekt ist im August angelaufen und soll die bestehende grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem Elsass im Bereich der Umweltbildung vertiefen und weiter entwickeln.

Vom Träger der französischen Seite, dem Verband der elsässischen Umweltbildungseinrichtungen Ariena, war Corinna Buisson auf den Langenhard gekommen. Sie berichtete, dass sie für das vorgeschlagene Projekt großen Bedarf sehe, weil es kaum Referenten gebe, die zweisprachig zu Umweltthemen Fortbildungen leisten könnten. Würtenberger sagte zu, nach Abschluss des Projekts gerne wieder zu kommen und dann über die Erfahrungen zu sprechen. Antje Kirsch und Jörg Streib, beide seit 15 Jahren auf dem Freizeithof tätig, haben den Langenhard inhaltlich zur Ökologiestation ausgerichtet mit dem Schwerpunkt der internationalen, integrativen und interkulturellen Umweltbildung. Streib: "Wir leiten zur intensiven Naturwahrnehmung an, vermitteln ökologische Zusammenhänge und initiieren umweltverträgliches Verhalten." Und das alles konkret und praktisch und gar nicht so Theorie behaftet, wie es klinge. Die Referenten gehen mit den Kindern und Jugendlichen in die Natur, bestimmen Pflanzen und lernen, was man mit ihnen alles machen kann. Zum Beispiel Spitzwegerich zu einem Hustentee zu verarbeiten oder Ringelblumen zu einer Salbe.

Sehr gut laufe auch das Gartenprojekt, eine Kooperation mit der Georg-Wimmer-Schule, berichtete Kirsch im Beisein der Schulleiter Christina Maurer-Wulf und Holger Matscheko. Die geistig behinderten Schüler kümmern sich intensiv um den Garten und können inzwischen andere Schüler aus Hauptschulen anleiten, was zu tun ist. So entstehe über das gemeinsame Tun gegenseitige Achtung und Wertschätzung. Günter Evermann vom Vorstand des Jugendwerks im Ortenaukreis, in dessen Trägerschaft die Ökologiestation ist, hatte eingangs das Jugendwerk, dessen Ziele und auch die Geschichte des Freizeithofs beleuchtet. Die Ökologiestation gibt es seit 21 Jahren. In dieser Zeit haben über 30 000 Kinder und Jugendliche an Veranstaltungen teilgenommen. Wohlgemerkt, ohne die Gruppen oder Vereine, die den Hof nur zur Übernachtung anmieten.

Weitere Informationen unter http://www.oekologiestation-lahr.de