Der Motor im Naturschutzbund

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Mi, 26. Juli 2017

Lahr

Der Mietersheimer Udo Baum, Träger der Bürgermedaille, feiert heute seinen 75. Geburtstag.

LAHR-MIETERSHEIM (wob). Udo Baum wird heute 75 Jahre alt und ist kein bisschen müde, sich für den Naturschutz einzusetzen. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Lahr des Naturschutzbundes (Nabu) ist zwar Mietersheimer, doch nennt der über vier Jahrzehnte aktive Fürsprecher für Fauna und Flora den Naturstützpunkt am Hohbergsee sein zweites Zuhause. Dort empfängt heute der Träger der Bürgermedaille, der goldenen Landesehrennnadel und der Lina-Hähnle-Medaille, der höchsten Auszeichnung des Naturschutzbundes, seine Gratulanten.

Vor der Arbeit hat sich Udo Baum nie gedrückt. Eine Hängematte ist deshalb für den 75-Jährigen am Hohbergsee unvorstellbar. Das war für den gebürtigen Mietersheimer auch im Berufsleben so. Baum war bis 2005 als Monteur im Schneider-Heizungsbau tätig, danach zwei Jahrzehnte als Fachmann für Krankabinen bei der Firma Miller. Von der Mutter habe er die Liebe zur Natur erhalten, wie er wenige Tage vor seinem Geburtstag sagte. Dass er 75 Jahre alt werde, ändere nichts an seinem Engagement für den Naturschutz. Am Hohbergsee schaut der Vorsitzende täglich nach dem Rechten, betreibt vorbildliche Biotoppflege und ist unermüdlich mit von der Partie, wenn Veranstaltungen, Exkursionen, Ausstellungen und andere Aktionen rund um den Artenschutz in Gang gesetzt werden.

Udo Baum, den Denker mit grünem Daumen, trifft man meist nachdenklich an: "Der Vogelwelt geht es nicht gut", sagt er mit Sorgenfalten auf der Stirn. Ähnlich ergehe es den Insekten, der Umweltschutz sehe sich ebenso größten Gefahren ausgesetzt. Er beklagt den Verlust an Streuobstwiesen, deshalb habe er mit anderen Naturschützern der Ortsgruppe, der er seit 31 Jahren vorsteht, mehr als 100 Bäume auf dem Langenhard gepflanzt.

Mit SPD-Stadtrat und Freund Walter Caroli weiß sich der Vorsitzende im Bunde. Mit ihm kümmert sich Baum um das Nationale Naturerbe auf dem Lahrer Hausberg. Mit ihm setzt er sich ein, wenn es demnächst darum geht, den Hohbergsee zu entschlammen. Die Aufgaben werden für Baum nicht weniger. "Ich mache weiter, solange es noch geht", sagt er mit fester Überzeugung. Für die anstehenden Projekte in Sachen Natur- und Umweltschutz wünscht sich Baum allerdings mehr Mitstreiter. Der Nabu-Mitgliederstand sei zwar mit 1500 Anhängern gut, doch könnte er für die einzelnen Aktivitäten nur auf etwa zwei Dutzend Helfer zurückgreifen.

Udo Baum zählt eine Vielzahl von Aufgaben auf. Die reichen von der Biotoppflege am Hohbergsee über den Einsatz für Amphibien bis zur Zebraspinne. "Der Pflegebedarf wird nicht weniger." Freude mache es ihm, wenn Aktiventreffen, Fledermausnächte, Herbstfeste und andere Aktivitäten auf Nabu-Initiative veranstaltet werden. Dass der Waldkauz zum Vogel des Jahres gewählt wurde, freut den Jubilar. Er sei zwar nicht nachts aktiv, wie der Kauz, dafür aber täglich nachmittags am Hohbergsee anzutreffen.