Ausbildungssafari

Die "JobXpedition" in Lahr geht in die zweite Runde

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Mi, 16. Januar 2019 um 17:45 Uhr

Lahr

14 Lahrer Industriebetriebe öffnen im Rahmen der "JobXpedition" ihre Türen für Schüler und werben um Auszubildende.

Die Premiere im vergangenen Jahr ist gut angenommen worden. Für die 150 Plätze gab es fast 200 Bewerber. Auch in diesem Jahr rechnen die Firmen mit großem Interesse. Ihre Hoffnung: dass alle, die sich angemeldet haben, dann auch kommen.

In Deutschland gibt es 15 000 Studienabschlüsse, aber nur 500 Ausbildungsberufe. "Da gibt es ein großes Ungleichgewicht", sagt Markus Kaufmann. Hinzu komme, dass viele Ausbildungsberufe kaum bekannt sind. "Noch weniger bekannt ist, was in den Firmen passiert." Das Druckhaus Kaufmann und 13 weitere Lahrer Industriebetriebe wollen das ändern. Deswegen hat die Almi (Arbeitsgemeinschaft Lahrer Mittelständischer Industrieunternehmen) im vergangenen Jahr die Jobsafari ins Leben gerufen, die Schülern Einblicke in mehrere Firmen ermöglicht. Das Interesse war groß, das Konzept wird beibehalten. Wie’s funktioniert, haben Vertreter der Firmen am Mittwoch bei einem Pressegespräch in den Räumen der IHK in Lahr erklärt.

Die Firmen suchen noch 60 Azubis

Ab sofort können sich Schüler unter http://www.jobxpedition.de bewerben. Zwei Wünsche sind möglich, zwei weitere Firmen werden zugeteilt. Bis Ende Februar muss das Online-Formular ausgefüllt werden. Die Teilnehmerzahl ist auf 150 begrenzt. Anfang März werden alle Bewerber informiert, ob sie Expeditionsteilnehmer werden. Die ausgewählten Schüler erhalten ein persönliches "Expeditionspaket" mit allen wichtigen Informationen. Die Eltern unterschreiben noch eine Erklärung, dann kann es losgehen.

Die Safari beginnt in den Osterferien, am 23. April um 9 Uhr. Bis 16 Uhr kann der Betrieb erkundet werden. Um die Verpflegung kümmern sich die Firmen. An den nächsten Tagen geht’s dann in drei anderen Firmen weiter. Wer alle vier Tage nutzt, erhält ein Vorstellungsgespräch in der Wunschfirma garantiert. Am 26. April erwartet alle Expeditionsteilnehmer eine Abschlussveranstaltung im Schlachthof.

Dreiviertel der Teilnehmer waren Realschüler

"60 Azubis für dieses Jahr werden noch gesucht", sagt Kaufmann. Sieben Ausbildungsplätze konnten über die erste Jobsafari vermittelt werden. Unzählige Kontakte wurden geknüpft. Das Projekt ist perspektivisch angelegt. Das Mindestalter liegt bei 14 Jahren. Wie breit gefächert das Teilnehmerfeld ist, zeigte Bernd Feyka, dessen Agentur Feyka&Herr die Safari betreut. 45 Prozent der Teilnehmer seien Realschüler gewesen, ein Viertel kam von Hauptschulen, zehn Prozent von Werkrealschulen und auch einige Gymnasiasten waren darunter. "Letztes Mal kam sogar ein junger Mann aus Konstanz", sagt Kaufmann erfreut. Das Klischee, dass sich fast nur Jungs für technische Berufe interessieren, wurde entkräftet. Mehr als 25 Prozent der Teilnehmer waren weiblich, hieß es beim Pressegespräch.

Die 14 Firmen, die dieses Jahr teilnehmen, beschäftigen mehr als 2000 Mitarbeiter und 120 Auszubildende. Die Palette an Berufen ist groß (siehe Info), die Zahl der Bewerber oftmals klein. "Viele haben Schwierigkeiten, junge Leute zu finden", sagt Kaufmann. "Im Büro ist das meist kein Problem, in der Produktion hingegen schon." Dass es beispielsweise in einer Werkstatt gar nicht laut und dreckig zugehen muss, das erfahren die Teilnehmer durch direkte Einblicke. Die Firmen gestalteten die Besuchstage selbst. Die Schüler gucken nicht nur zu, sondern dürfen selbst anpacken. "Bei uns führen die Azubis die potenziellen Azubis durch den Betrieb", sagt Ellen Wagner. "Das geschieht auf Augenhöhe."

Schüler erhalten vor dem Beginn eine Erinnerung

Kaufmann rechnet für dieses Jahr wieder mit hohen Anmeldezahlen und vielen Klicks auf der Homepage. "Fast alle Firmen sind wieder dabei. Das zeigt, dass es eine wertvolle Erfahrung war." Nur eines wollen die Veranstalter diesmal vermeiden: dass wieder viele Teilnehmer unentschuldigt fernbleiben. "Wir versuchen es jetzt über WhatsApp", sagt Kaufmann. Kurz vor dem Start der Safari erhalten die Schüler eine Erinnerung.

Anmeldungen sind möglich unter http://www.jobxpedition.de

Firmen und Berufe

14 Firmen nehmen teil: Carl Padberg Zentrifugenbau, Eichner Baugesellschaft, fs-Etiketten, Galvanoform, Druckhaus Kaufmann, Ernst Schwarz Betonbau, Nela Brüder Neumeister, Nestler Wellpappe, Polar-Form Werkzeugbau, Rubin Mühle, Schwarzwald-Eisen, Richard Stihler GmbH, Wagner System, Welter Zahnrad
25 Ausbildungsberufe werden vorgestellt: Behälter- und Apparatebauer, Beton- und Stahlbetonbauer, Elektroniker, Fachinformatiker, Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Fachlagerist, Fachkraft Lagerlogistik, Groß- und Außenhandelskaufmann, Holzmechaniker Schwerpunkt Innenausbau, Industriekaufmann, Industriemechaniker, Kaufmann für Büromanagement, Maurer, Maschinen- und Anlagenführer, Mechatroniker, Mediengestalter, Medientechnologe Druck, Medientechnologe Druckverarbeitung, Oberflächenbeschichter, Packmitteltechnologe, Technischer Produktdesigner, Teilezurichter, Verfahrenstechnologe in Mühlen und Getreidewirtschaft, Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik, Werkzeugmechaniker