Die Tanzbären beenden langsam den Winterschlaf

Ulrike Le Bras

Von Ulrike Le Bras

Di, 30. Januar 2018

Lahr

Black Tar Rivers im Stiftskeller.

LAHR. Es geht auf den Frühling zu! Am Samstagabend waren die ersten Vorboten des Irish Spring in Lahr zu hören. Dorthin gebracht haben ihn die vier Musiker der Band Black Tar Rivers mit ihrem energiegeladenen Programm unter dem Motto "When Folk Meets Rock". Drei Jahre spielen Steffi Bank (Geige und Gesang), Niklas Detzer (Bass), Markus Lenhard (Schlagzeug) und Roland Gizzi (Gitarre und Gesang) schon zusammen.

Trotzdem hatte der Auftritt in der Stiftsschaffnei für sie etwas Neues an sich: "Wir sind es nicht gewohnt, vor Sitzpublikum zu spielen" gesteht Steffi nach den ersten beiden Titeln, die bereits gezeigt haben, wohin es musikalisch an diesem Abend gehen wird: flitzende Bogenstriche auf der Fiedel, kräftig polternde Drums, ein rasanter E-Bass und die mit energischen Armbewegungen bediente Akustik-Gitarre, die auch mal durch eine Blues Harp unterlegt wird. Dazu die Stimme von Frontmann Roland Gizzi, die vom Timbre her an Irish Pub erinnert.

Die Melodien der Songs gingen geschmeidig ins Ohr, obwohl da nicht die allseits bekannten Kracher interpretiert wurden, sondern Titel von "The Levellers", "The Waterboys", oder gar der kanadischen Gruppe "Great Big Sea". Der Rhythmus: bestens zum Tanzen geeignet. Bis es aber so weit war, war das für die Vier ein hartes Stück Arbeit. Da halfen zunächst weder Titel wie "Carry me" oder die gesungene Aufforderung "Come on". Es saß sich offensichtlich gut mit einem Fläschchen irischen Biers. Also beließ es die Band beim dynamischen Saitenzupfen, Bogenstreichen und Auf-die-Töpfe-Hauen . Was letztendlich den Ausschlag gab, dass in der zweiten Halbzeit die Tanzbären (wie so oft waren es auch hier zuerst die Bärinnen, die sich nach vorne getraut haben) aus ihrem Winterschlaf erwacht sind, darüber kann man nur spekulieren. Am Repertoire kann es nicht gelegen haben, denn das war eigentlich von der selben Machart wie im ersten Set: verlässlich tanzbare, schmissige Viervierteltakte im flotten Sprint-Tempo, mit gekonnt synchron von Frontmann und Schlagzeuger gesetzten Hüpfern – dazu hätte der Bär schon viel früher steppen können. Denn: Die fröhlich ausgelassene Stimmung war da, von der ersten Minute bis zum Schlussakkord.