Grohe investiert zehn Millionen Euro

Manfred Dürbeck

Von Manfred Dürbeck

Mi, 20. September 2017

Lahr

Die Geschäfte gehen blendend, weswegen der japanische Eigentümer Kapazitätsengpässe bei der Produktion beseitigt.

LAHR. Mit der Inbetriebnahme einer neuen Galvanik-Anlage hat Grohe die Sicherung des Standorts Lahr erneut untermauert. Inklusive des Blockheizkraftwerks, das im vergangenen Jahr übergeben worden war, hat das Unternehmen der japanischen Lexil-Gruppe damit über zehn Millionen Euro investiert. 30 Millionen Euro waren es innerhalb von fünf Jahren. Parallel dazu entstehen über 40 neue Arbeitsplätze. Mit über 700 Mitarbeitern ist Grohe Lahr, das sich auf Kunststofffertigung und Duschsysteme spezialisiert hat, jetzt das größte Werk in Deutschland.

Mit einer aufwändigen Eröffnungsfeier ist die Anlage gemeinsam mit der Belegschaft und Vertretern des öffentlichen und benachbarten Unternehmen in Betrieb gegangen. Die Investition war zwingend, weil die alten Produktionsanlagen längst an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt waren. Mit der neuen Anlage kann die Verchromung von Duschköpfen um rund 70 Prozent gesteigert werden. Grohe Vorstandsvorsitzender Michael Rauterkus lobte den Lahrer Werksleiter Hans-Martin Souchon, der gemeinsam mit der Belegschaft maßgeblich am Erfolg beteiligt sei: "Souchon hat’s vorangetrieben. Und wenn’s einmal läuft, läuft’s richtig." Der gab den Ball an die Mitarbeiter zurück, die zum Teil samstags und sonntags gearbeitet hätten, um die große Nachfrage nach Brausen zu befriedigen.

Über 20 000 Duschbrausen verlassen pro Tag das Lahrer Werk – für Rauterkus ein Beleg, dass eine profitable Produktion auch in Deutschland möglich ist. Parallel zur Produktion von Massenware, die weltweit nachgefragt wird, setzt man aber auch auf hochpreisige Produkte, wie die AquaSymphony mit der beeindruckenden Größe von rund einem mal 0,7 Meter. Die nach eigener Darstellung größte Dusche der Welt wird in Handarbeit hergestellt und ist ab 20 000 Euro zu haben. Innovative Technik kommt bei einem weiteren Duschsystem aus Lahr zum Einsatz, bei dem durch die Bedienung eines Druck- und Drehknopfs Temperatur und Wasserdurchlauf perfekt kontrolliert werden können.

Eigens zur Eröffnung war Lixil-Vizepräsident Hiroshisa Egashira nach Lahr gekommen. Er ist im Konzern zuständig für die Fertigungsoptimierung. Für das Investment hatte er Ende 2014 grünes Licht gegeben. Eine Entwicklungsgruppe machte sich danach an die Arbeit, um das Vorhaben speziell auf die Bedürfnisse in Lahr zuzuschneiden. Im Oktober 2016 begannen die Arbeiten, an denen zum Teil bis zu 21 Firmen parallel im Werk zugange waren. Nach Testläufen begann am Dienstag der Regelbetrieb.

Hiroshisa Egashira ließ keinen Zweifel, dass Lixil im Bereich Design, Innovation und Qualität von Grohe entscheidende Impulse bekommen habe. Und er verwies darauf, dass Grohe im Portfolio des Konzerns die profitabelste Gruppe sei.

Schon das Jahr 2016 sei gigantisch gelaufen, hatte Rauterkus zuvor bekannt geben. Der Umsatz habe auf 1,4 Milliarden Euro gesteigert werden können. Die bisherigen Zahlen für 2017 zeigten in die gleiche Richtung. "Wir sind trotz Nachhaltigkeit erfolgreich", so der Vorstandsvorsitzende. Nicht ohne Stolz verwies er darauf, dass das Magazin Fortune Grohe aktuell zu den 50 Unternehmen zählt, die die Welt verändern.

In die Riege der Gratulanten reihte sich neben Egashira auch Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller ein, der Grohe mit der Investition in den Standort stärker als je zuvor sah. Er sprach von einer Generationen übergreifenden Entwicklung im 1956 gegründeten Unternehmen. Erst ein Sparkurs hatte das Lahrer Werk wieder auf die Erfolgsspur gebracht. Lob gab’s auch von Ahmed Karademir, dem Ersten Bevollmächtigten der Ortenauer IG-Metall: "Mir ist um Lahr nicht bange. Wenn gefragt wird, warum Deutschland unter den Industriestandorten vorne liegt, dann liegt das am Knowhow der Mitarbeiter."

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