Herzensanliegen Inklusion

Bettina Schaller

Von Bettina Schaller

Do, 03. Juli 2014

Lahr

Die Ökostation hat bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen zunehmenden Zulauf.

LAHR. Auf eine sehr große Resonanz ist die Arbeit der Ökologiestation auf dem Langenhard bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestoßen. Rund 700 Teilnehmer an Projekttagen nutzten die Gelegenheit, sich mit Fragen der Umweltbildung und naturpädagogischen Aufgaben zu beschäftigen oder sich darin fortbilden zu lassen. Das zeigte sich in der Hauptversammlung des Jugendwerks im Ortenaukreis, das die Ökostation betreibt.

Antje Kirsch von der Ökostation stellte den Mitgliedern des Jugendwerks die wichtigsten Aufgabenschwerpunkte des abgelaufenen Geschäftsjahrs vor. "Die klassische Naturwerkstatt ist der Dauerbrenner der Ökologiestation", sagte sie. Als eintägige Veranstaltung sei sie eine gute Werbung für die Projekttage auf dem Langenhard. "Eine Natur, zwei Sprachen, ein Netzwerk" sei eine Veranstaltung, die im Rahmen des Schüleraustauschs Lahr/Dole sowie als fünftägiges Projekt mit Schülern aus Schwobsheim/Elsass in der Reihe "Naturerleben Sprache" stattgefunden habe. In die mehrtägige Veranstaltung "Umweltbildung im starken Team" sei Michael Heuberger mit seiner mobilen Holzwerkstatt eingebunden gewesen. "Der Erfolg ruft nach einer Wiederholung", so Antje Kirsch. Besonders am Herzen lag ihr das Projekt "Inklusive Naturwerkstatt", eine regelmäßige Veranstaltung mit der Georg-Wimmer-Schule. Dieses erfolgreiche Engagement und die Kooperation haben zum Ergebnis gehabt, dass die Baden-Württemberg-Stiftung im November 2013 eine finanzielle Förderung für drei Jahre zugesichert habe.

Das Handicap wird beim Namen genannt

"Die Ökologiestation Lahr will als Bildungseinrichtung einen Veränderungsprozess initiieren, wobei Vielfalt als selbstverständlich und bereichernd erlebt wird", so Antje Kirsch. Die Mitarbeiterin der Ökologiestation sagte: "Schüler in der Inklusionsklasse sprechen nicht von behinderten Mitschülern", so Kirsch. Das Wort "behindert" komme im Umgang miteinander nicht vor. Den nicht behinderten Mitschülern fällt nur auf: "Der muss mal ganz laut schreien, der kann nicht lesen, der kann kaum sprechen." Das Handicap werde einfach beim Namen genannt. "Die Inklusionsklasse ist sehr anstrengend, wenn alle ihren Spaß haben sollen und keiner ausgegrenzt werden soll", so Kirsch. Das Leitungsteam, dem auch noch Jörg Streib angehört, habe deshalb bis Ende 2016 seine Stundenzahl erhöht und arbeite jetzt mit zwei 60 Prozent-Stellen.

Eng verbunden mit der natur- und umweltpädagogischen Arbeit der Ökologiestation und der freizeit- und erlebnispädagogischen Arbeit auf dem Freizeithof ist die Tatsache, dass der Langenhard seit Juni 2012 Nationales Naturerbe ist, das von der Nabu-Ortsgruppe Lahr betreut wird. Deshalb sollen die Ökologiestation und die Nabu-Ortsgruppe – neben den Projektsäulen Naturschutz und Erholung – die Umweltbildungssäule mit Inhalten füllen. "Hieraus ergeben sich Chancen für die Weiterentwicklung der Arbeit beider Einrichtungen als auch Zielkonflikte", sagte Evermannn. Die bisher sehr freizügige Nutzung der angrenzenden Waldflächen sei nicht mehr möglich. Der Grund: der Wald soll sukzessive ohne Nutzung- und Pflegemaßnahmen seinem natürlichen Prozess überlassen werden.