Schlagzahl und Anspruch bleiben hoch

Lahrer Kulturkreis mit neuem Halbjahresprogramm

Juliana Eiland-Jung

Von Juliana Eiland-Jung

Mi, 14. Dezember 2016 um 16:58 Uhr

Lahr

Der Lahrer Kulturkreis hat jetzt sein neues Jahresprogramm vorgestellt. Bis Juni sind insgesamt 16 Veranstaltungen geplant. Das Programm zeigt: Schlagzahl und Anspruch bleiben hoch.

LAHR. Nach dem ersten Jahr, in dem der neu formierte Vorstand des Lahrer Kulturkreises die volle Programmverantwortung getragen hat, fühlt sich Vorstandsmitglied Susanne Schmidt "ein wenig erschlagen und stolz". Am Dienstagabend hat sie zusammen mit ihren Vorstandskollegen Annette Birnbaum, Christopher Kern und Matthias Morton das Programm für das erste Halbjahr 2017 vorgestellt, das schon auf den ersten Blick zeigt: Die Schlagzahl bleibt hoch, der Anspruch auch.

Insgesamt sind 16 Veranstaltungen bis Juni geplant, elf davon im musikalischen Bereich, darunter vier Jazz-Abende: "Wir freuen uns, dass die Jazz-Reihe im vergangenen Jahr so gut angenommen wurde", betont Schmidt. Christopher Kern empfindet im Rückblick den Kultursommer-Preis der Stadt Lahr für die neu gegründete "Theaterbühne im Keller" als ordentlichen Motivationsschub. Er bietet von März bis April einen Theater-Workshop mit insgesamt fünf Terminen an, bei dem neue Teilnehmer ihn und seine Art, Theater zu machen, kennenlernen können. Ob Neuling oder schon mit Bühnenerfahrung spiele dabei keine Rolle, betont er.

Jazzkonzerte
Gleich zweimal wird der Gitarrist Luca Aaron Pusch mit zwei verschiedenen Formationen in seiner Heimatstadt gastieren. Die Band "Otollo 4" spielt am 13. Januar Eigenkompositionen aller Bandmitglieder – darunter der Drummer Michael Heidepriem, ein Nachname, der nicht nur bei den regionalen Jazz-Fans Neugier weckt. Am 1. April kommt Pusch, der in Basel Musik studiert, mit der Formation "Minua" nach Lahr, die "nicht reproduzierbare Tongedichte" an der "Grenze zwischen Komposition und Improvisation" erklingen lassen. Etwas älter und auf internationalem Parkett erfahrener sind die Musiker des David Helbock-Trios, die am 11. März "Into the Mystic" entführen. Schon die Besetzung mit Piano, Bassukulele und Drums lässt Ungewöhnliches erwarten. Das deutsch-italienische Trio um den Akkordeonisten – und Akkordeonbauer – Harmut Saam spielt am 20. Mai unter der rätselhaften Überschrift "Giub 25" Jazzarrangements zum Beispiel von Eric Satie oder Jacques Brel, Eigenkompositionen und Standards.

Wort und Musik
Zahlreiche Konzerte im ersten Halbjahr 2017 lassen sich unter die Rubrik "Wort und Musik" fassen, darunter nicht nur ein Konzert mit dem Barbara-Höpler-Trio am 21. Januar, sondern auch ein besonderes Konzert mit Hans-Wolfgang Brassel, dem Gründer des Kammermusikensembles Freiburg und Organisator der Heiligenzeller Schlosskonzerte. Am 27. Januar begleitet ihn der Rezitator Hans Michael Eckert, der Texte von Heine, Tucholsky, Kästner oder Hesse lesen wird. Als "Eine Katastrophe!" wird der Chanson-Abend mit Theresa Winterer (Gesang) und Benedikt Fox (Klavier) angekündigt. Man kann sich aber schlimmere Schicksale vorstellen als einen Abend mit Liedern von Kreisler, Holländer, Piaf, Grebe und Wartke. Weitere Termine in dieser Rubrik: Singer/Songwriter Lukas Meister und Slampoet und Sozialarbeiter Simon Felix Geiger gastieren am 5. April mit ihrem Programm "Lieder – Lyrik – Leben", die Amateur-Trommelgruppe "Drom-el-dar" verbindet am 29. April Märchen mit afrikanischer Rhythmik, am 6. Mai gastiert Peter Bennoit mit einem Chanson-Abend im Keller, und auch die Boogie Connection aus Freiburg (13. Mai) kann zur mitreißenden Musik nicht auf Text verzichten. Den Abschluss des Halbjahresprogramms übernimmt am Samstag, 24. Juni, die Vetterliswirtschaft aus Ettenheim.

Kabarett und mehr
Der Kabarettist Volkmar Staub nimmt den Mund manchmal ganz schön voll – nicht nur in seinem aktuellen Programm "Ein Mund voll Staub", mit dem er am 17. Februar im Stiftsschaffneikeller gastiert. Das Kabarett-Duo Frauengold fragt am Samstag, 18. März: "War Beethoven eine Frau?", und die Lokalmatadoren Kreidlinger und Bäuerle werden es verschmerzen, wenn ihr aktueller Film "Scharfe Schüsse, Wilde Küsse" (Mittwoch, 24. Mai) unter dieser Rubrik eingeordnet wird. Lustig und ein wenig gruselig zugleich wird es für das jüngere Kulturkreispublikum am Mittwoch, 22. März, beim Gastspiel des Hohenloher Marionettentheaters mit "Der kleine Vampir".

Ausführliches Programm unter http://www.kulturkreis-lahr.de. Vorverkauf im Kulturbüro Lahr (Altes Rathaus), bei Musik Eichler (Schwarzwaldstraße) und den Buchhandlungen Schwab (Marktstraße) und Rombach (Arena).