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23. April 2010

Lob für das Garagenprojekt

Volksbank-Stiftung unterstützt die Sozialeinrichtung mit 2500 Euro zur Küchenerneuerung.

  1. Das Garagenprojekt freut sich über finanzielle Unterstützung (von links): Rainer Kuhlen, Bajran Dibrani, Ullrich Böttinger, Gerold Willa, Axel Fiederer, Timo Köckritz und Andreas Marrek. Foto: christoph breithaupt

LAHR. Das Garagenprojekt des Ortenaukreises im Neuwerkhof 11 freut sich über eine Spende von 2500 Euro, die die Bürgerstiftung der Volksbank der sozialen Einrichtung zugedacht hat. Damit soll die Küche erneuert werden, die nicht nur der Verköstigung der betreuten Jugendlichen und jungen Erwachsenen dient, sondern in Rahmen der Betreuung ein wichtiger Baustein für handwerkliche Tätigkeiten ist.

Volksbank-Vorstand Axel Fiederer überreichte die Spende an Ullrich Böttinger vom den Psychologischen Beratungsstelle des Landkreises. Das Garagenprojekt gibt es seit 1997. Der Anfang war tatsächlich in einer Garage, nämlich in der Bergstraße in der Nachbarschaft der Psychologischen Beratungsstelle des Landkreises, die auch heute noch die Leitung des Projekts hat. Jährlich werden etwa 40 Teilnehmer betreut, so Ullrich Böttinger, der Leiter der Beratungsstelle. Dabei handelt es sich einerseits um Schulverweigerer zwischen 13 und 16 Jahren, die entweder gar nicht mehr in die Schule gingen oder von den Schulen als nicht mehr beschulbar eingeschätzt wurden. Aber, mahnt Böttinger: "Schulverweigerer sind keine Bildungsverweigerer". Bei der zweiten Gruppe handelt es sich um junge Erwachsene zwischen 17 und 25 Jahren, die die Schulpflicht zwar erfüllt haben, aber aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht in eine berufliche Tätigkeit vermittelt werden können. Fehlende Schulabschlüsse, Dauerarbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung hätten nicht nur für die Betroffenen sondern auch für die Gesellschaft weitreichende negative Folgen. Die Betreuung im Garagenprojekt – und darauf ist Ullrich Böttinger besonders stolz – lohnt sich. Die Rückintegration beziehungsweise Vermittlungsquote in Schule, Ausbildung oder Arbeit liegt bei mehr als 60 Prozent. Wohl nicht zuletzt diese Erfolgsquote hat den Ortenaukreis veranlasst, das Garagenprojekt dauerhaft zu sichern. Es sind 3,5 Stellen bewilligt. An der Teilfinanzierung beteiligen sich noch die Kommunale Arbeitsförderung, die Agentur für Arbeit, die Stadt Lahr stellt das einstige Stabsgebäude der Bepo kostengünstig zur Verfügung, und die Theodor-Heuss-Schule steuert zeitweilig zwei Lehrer bei. Das Budget bei den Sachkosten ist aber schmal, weshalb das Garagenprojekt auf Unterstützung durch Spenden angewiesen ist. Das handwerkliche Kerngeschäfts des Garagenprojekts ist eine Holzwerkstatt, für die man gerne Aufträge hätte, ein Fahrzeug für Materialbeschaffung und die Auslieferung der Möbelstücke steht auf der Wunschliste. Aber jetzt stand erst einmal die Erneuerung der Küche an. Weil die Küche als zentrale Einheit gilt, die für alle Heimat schafft. Neu im Angebot ist eine Fahrradwerkstatt und für den Weg ins Berufsleben kann man sogar einen PC-Führerschein erwerben.

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Autor: Bruno Kohlmeyer