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04. März 2013 11:27 Uhr

BZ-Interview

Marie Versini: "... und dann lag ich in Lex’ Armen"

Für eine ganze Generation ist und bleibt sie Winnetous kleine Schwester Nscho-tschi: Jetzt hat Marie Versini ein Buch geschrieben und war zu Gast in der Lahrer Buchhandlung Schwab.

  1. Marie Versini war zu Gast in Lahr. Foto: Heidi Foessel

BZ: Sie haben zuhause schon als siebenjähriges Mädchen Nscho-tschi, die kleine Schwester Winnetous, gespielt. Was hat Sie an dieser Figur verzaubert?
Versini: Alles. Zum Beispiel ihre Liebe. Ihre Liebe für Old Shatterhand ist einfach wunderbar und sie starb nur durch diese Liebe. Für mich ist das auch die wichtigste Sache im Leben.

BZ: Es war ein Kindheitstraum für Sie, diese Rolle zu spielen. Können Sie sich noch an das Gefühl erinnern, als Filmproduzent Horst Wendlandt mit dem Angebot auf Sie zukam?
Versini: Oh ja! Und wie! Ich hatte ’Das schwarz-weiß-rote Himmelbett’ gedreht und dieser Film hatte sehr großen Erfolg. Also hat Wendlandt bei meiner Agentur nachgefragt und... hach... ich war wie verrückt!

BZ: Was haben Sie als Erstes gemacht?
Versini: Ich habe sofort "Schatz im Silbersee" gesehen (erster Karl May Film, der im Wilden Westen spielt, 1962; Anm. der Red.). Und ich fand ihn wunderbar! An meinem ersten Drehtag als Nscho-tschi gab es Probleme mit den Pferden und wir mussten die Sterbeszene zuerst drehen. Ich war wirklich geschockt. Ich kannte ja noch niemanden. Und dann lag ich in Lex' Armen und starb mit den Worten "Anika ti matan" – "Weißt du, ich liebe dich." Ach, das war nicht nur eine Rolle. Ich war Nscho-tschi. Und ich bin es immer noch – nur etwas älter (lacht). Aber in meinem Herzen bin ich viel jünger.

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BZ: Warum ist diese Rolle heute noch so wichtig für Sie?
Versini: Vielleicht weil ich sie schon immer kannte. Mein Vater hat mir die Geschichte vor dem Schlafengehen erzählt.

BZ: Sie haben zwei Mal in Winnetou mitgespielt. In der zweiten Version sind Sie nicht gestorben.
Versini: Ja. Das war in Old Firehand. Aber ich mag es nicht, davon zu sprechen.

BZ: Warum nicht?
Versini: Ich finde das Drehbuch nicht gut. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Nscho-tschi sich in einen anderen Mann als Old Shatterhand verlieben könnte. Das ist nicht Nscho-tschi. Das ist nicht Karl May.

BZ: Der ’Bravo’ haben Sie einmal erzählt, dass Ihr Lieblingsfilm Liebesnächte in der Taiga (1967) sei.
Versini: Ja, ich habe diesen Film sehr gern. Darin bin ich von der KGB und finde heraus, dass einer der Menschen um mich herum ein amerikanischer Spion ist, aber ich bin verliebt in ihn und gehe mit ihm weg. Ich töte ihn eben nicht, wie ich es davor in "Kennwort: Reiher" machen musste.

BZ: Heute leben Sie mit Ihrem Mann Pierre Viallet in Ré und Paris. Womit beschäftigen Sie sich?
Versini: Wir schreiben viel. Vor drei Jahren haben wir die Hommage an Robert Schumann gedreht. Und jetzt genießen wir das Leben. Mein Mann wird in ein paar Tagen 95 und er hat immer noch fünf Ideen in der Stunde. Das macht mir genug Arbeit (lacht).

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Autor: tbr