Naturschutz als zentrale Aufgabe

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Mi, 23. Mai 2018

Lahr

Nabu-Landesvorsitzender im Gedankenaustausch mit Vertretern der Stadt, der Landesgartenschau-GmbH und dem Ortsverband.

LAHR. Als beispielhaft hat Johannes Enssle, der Landesvorsitzende des Naturschutzbunds (Nabu) die Projekte des Ortsverbands auf der Landesgartenschau gewürdigt. Er versprach beim Treffen mit Vertretern der Stadt und der LGS am Schwalbenturm, dass der Landesverband künftig noch mehr mit den LGS-Organisatoren kooperiert, um sich "Hand in Hand" um Aufklärung in Sachen Naturschutz zu bemühen.

Die Kontakte zwischen dem Orts- und Landesverband seien bestens, so der Vorsitzende. Enssle bekannte sich zur Formel "Zurück zur Natur". Der Weg zeige in Richtung Naturgärten, die auch zu den Themenfeldern auf einer Gartenschau gehörten. Am Schwalbenhaus gab er der Hoffnung Ausdruck, dass es nicht als "warnendes Denkmal" auf der Wiese stehe, sondern auch von Mehl- und Rauchschwalben angenommen wird.

Kampf gegen Steingärten im Vorgarten aufnehmen

Er verschwieg nicht das Problem: Die flinken Flugkünstler finden immer weniger Insekten. "Schwalben sind als Insektenfresser immer auf Nahrungssuche", sagte Enssle. Er hofft, dass auch nach der Gartenschau das Schwalbenhaus für die Vögel zur Verfügung steht.

Mit dem Lahrer Nabu-Vorsitzenden Udo Baum und seinem Stellvertreter Wolfgang Bahr sowie weiteren Vorstandsmitgliedern machte sich Enssle zu einem Rundgang zu den beschilderten Biotopen im Seepark auf. Sie reichen von der Blumenwiese über das Auewäldchen und die Streuobstwiesen bis zur Schilfzone am Natursee. "Der Nabu braucht die Öffentlichkeit", warb Bahr um Interesse in der Bevölkerung. Er erwähnte die Veranstaltungen des Nabu zum Schwalbenschutz, den Bau von Schwalbennestern für Kinder sowie die ökologischen Führungen auf dem LGS-Gelände, die alle 14 Tage jeweils dienstags und donnerstags angeboten werden. Bürgermeister Tilman Petters appellierte an den Landesverband, sich künftig für Themen der Landesgartenschauen noch mehr einzubringen als bisher. Es sei wichtig, gemeinsam den Kampf gegen Steingärten in den Vorgärten aufzunehmen und der Bevölkerung die Bedeutung naturnaher Flächen in einer Stadt aufzuzeigen.

Der Geschäftsführer der Landesgartenschau GmbH, Tobias de Haen, sieht in Gartenschauen Chancen, neue Lebensräume aufzuzeigen. Enssle forderte noch mehr natürliche Wiesen auf dem Gartenschaugelände, um die Insektenvielfalt dort auch sichtbar zu machen. "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer", zitierte Enssle ein deutsches Sprichwort. Nabu-Mitglied Walter Caroli erinnerte daran, dass die Zahl der Mehl- und Rauchschwalben um ein Viertel ihrer Population zurückgegangen sei. Er appellierte mit zusammen mit Bahr an die künftigen Häuslebauer, sich Nistplätze für Schwalben unter dem Dach zu schaffen. Dafür gebe es die Plakette "Schwalbenfreundliches Haus".