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06. April 2013

BZ-Interview

Richard Sottru über die Pläne für eine Neukonzeption des Affenhauses

"Die Affen sind die große Attraktion", sagt Richard Sottru vom Freundeskreis Stadtpark.

  1. Die Pläne sind da, jetzt fehlt nur noch das nötige Geld: Richard Sottru vor dem Affenhaus Foto: CHR.  BREITHAUPT

LAHR. Der Freundeskreis des Lahrer Stadtparks hat sich ein neues Großprojekt vorgenommen: Die Tiergehege an der Nordmauer sollen erneuert werden. Juliana Eiland-Jung sprach mit Richard Sottru, Leiter der städtischen Abteilung Öffentliches Grün und Umwelt und Geschäftsführer des Stadtpark-Freundeskreises, über das Vorhaben.

BZ: Das Affengehege sieht unschön aus, einige Gehege stehen schon länger leer, was ist los?

Sottru: Das Gebäude ist halt in die Jahre gekommen und hat einige Schäden. Gerade diesen Winter ist auch noch der Boden im Affengehege durch Frost aufgebrochen, an vielen Stellen bröckelt der Putz, an manchen Stellen auch noch mehr. Und dann haben wir in dem Gebäude insgesamt sieben kleine Gehege, zum Teil mit Glasfenstern, zum Teil mit Gittern, und alle zu klein, um Tiere ansprechend präsentieren zu können.

BZ: Warum sanieren Sie das Gebäude denn nicht?

Sottru: Wenn Sie mit einem Architekten sprechen, sagt der Ihnen gleich: Lieber abreißen und neu bauen. Das Affenhaus ist in den 80er Jahren gebaut worden und – ganz abgesehen von den baulichen Schäden und der ohnehin erneuerungsbedürftigen Heizungsanlage – erfüllt es einfach nicht mehr die Ansprüche, die wir heute an die Tierhaltung haben.

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BZ: Geht es den Tieren hier nicht gut?

Sottru: Nein, so ist das nicht. Unsere Kapuzineraffen leben hier schon sehr lange. Sie sind älter, als sie in der Natur je werden würden. Wie alt genau, kann ich Ihnen allerdings nicht sagen. Und wir haben immer bestätigt bekommen, dass es den Tieren hier gut geht. Aber es ginge ihnen besser, wenn sie mehr Platz zum Klettern hätten, das Haus also höher wäre. Und vor allem: Es wäre viel schöner, sie beim Klettern beobachten zu können, wenn der Boden im Außenbereich Rasen und wenn das Gehege deutlich größer wäre. Verbessert werden muss nicht die Haltung. Die ist so, wie es heute ist, ganz regelgerecht. Es geht um eine schönere, ansprechendere Präsentation der Tiere.

BZ: Immer wieder gibt es ja auch Kritik an der Haltung von exotischen Tieren im Stadtpark. Wäre es da nicht besser, gar keine Tiere mehr zu haben, oder nur Vögel, Hasen und Meerschweinchen?

BZ: Es gibt Menschen, die lehnen Zoos und Tierhaltung in Gefangenschaft überhaupt ab. Das kann man akzeptieren. Andererseits gibt es auch Gründe für eine verantwortliche Tierhaltung. Das sind zum einen die Menschen, vor allem die Kinder, die sich wirklich freuen, dass wir hier Affen haben. Das ist eine große Attraktion im Stadtpark. Und dann gibt es ja auch noch einen wissenschaftlichen Zweck der Tierhaltung, nämlich die Erhaltung des Genpools bestimmter Tierarten. Hier wollen wir uns in Zukunft beteiligen, indem wir mit den Zoos in Stuttgart und in Basel zusammenarbeiten.

BZ: Welche Tiere sollen denn dann hier einziehen?

Sottru: Die beiden Kapuzineräffchen behalten hier ihren Alterssitz. Dann können wir uns vorstellen, Totenkopfäffchen zu halten. Die kennt fast jeder. Das sind die "Herr Nilssons" von Pippi Langstrumpf. Möglich wären auch Erdmännchen. Aber beschlossen ist da noch nichts.

BZ: Was soll denn anders werden beim neuen Gebäude?

Sottru: Bislang sind das ja nur Ideen und Vorstudien, wie es werden könnte. Auf jeden Fall wollen wir lieber zwei schöne große Gehege als die vielen kleinen Käfige. Dringend brauchen wir auch eine neue Futterküche, die dann separat stehen soll, damit entlang der Gehege ein durchgehender Weg entsteht. Der Nebeneffekt ist auch, dass wir dann, wenn das alles verwirklicht ist, am Ende des Laubengangs vom Rosengarten her nicht mehr die Tür zur Heizungsanlage haben, sondern ein Tiergehege.

BZ: Also neues Tiergehege, neue Futterküche, neue Heizung – das wird teuer.

Sottru: Ja, deshalb kann es auch der Freundeskreis des Stadtparks nicht alleine machen. Die Berger-Pfänder-Stiftung hat schon ihre Unterstützung zugesagt, aber wir brauchen eben auch die Stadt dazu. Wir wollen das Vorhaben demnächst einmal im Gemeinderat vorstellen und hoffen auf eine Beteiligung der Stadt bei den Kosten.

BZ: Gibt es denn schon konkrete Vorstellungen, wann mit dem Bau begonnen werden soll?

Sottru: Das Problem steht ja schon seit ein paar Jahren an, deshalb soll es möglichst rasch gehen. Aber Planungen, Finanzierung, das braucht eben auch seine Zeit, also wird es wohl 2014 oder 2015 werden. Spätestens bis 2018 soll das neue Tiergehege allerdings fertig sein, weil sich der Stadtpark zur Landesgartenschau auch von seiner besten Seite zeigen will.

Info: Den Neubau des Tiergeheges kann man mit Spenden unterstützen. Konten des Freundeskreises Lahrer Stadtpark: Konto 7600 1727 bei der Sparkasse Offenburg/Ortenau (BLZ 682 500 50) und Konto 111 670 bei der Volksbank Lahr (BLZ 682 900 00)

ZUR PERSON: RICHARD SOTTRU

Richard Sottru ist Diplomingenieur und Garten- und Landschaftsarchitekt. Seit 1991 arbeitet er bei der Stadt Lahr. Seit 1998 leitet er die Abteilung Öffentliches Grün und Umwelt der Stadt Lahr.  

Autor: BZ

Autor: ej