Bezahlbarer Wohnraum

URTEILSPLATZ: Die Richtung stimmt

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Sa, 21. Januar 2017

Lahr

Vor zwei Jahren hat der Kreis noch kurzfristige Lösungen gesucht, nun steht die nächste Herausforderung an. Und jetzt sind die Kommunen an der Reihe. Sie sind verpflichtet, Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge bereitzustellen. In Lahr bewegt sich die Zahl im unteren zweistelligen Bereich. Das zeigt: Die Stadt hat schon einiges geleistet, hat viele Plätze in der vorläufigen Unterbringung geschaffen – und auch die Voraussetzungen dafür, dass 120 Menschen selbstständig eine Bleibe gefunden haben. Das darf als Lob für Haupt- und Ehrenamtliche gewertet werden. Allerdings ist die Zahl mit Vorsicht zu genießen: Menschen, bei denen das Asylverfahren keine zwei Jahre dauert, sind nicht einberechnet. Ebensowenig Verwandte, die nachfolgen könnten. Klar ist: Im vergangenen Jahr sind deutlich weniger Geflüchtete gekommen als 2015. Demnach wäre 2018 weniger Wohnraum in der Anschlussunterbringung nötig. Das heißt aber nicht, dass auf Neubauten verzichtet werden kann. Denn die Suche nach bezahlbarem Wohnraum beschäftigt längst nicht nur Neuankömmlinge, sondern auch viele Alteingesessene. Dabei muss nicht nur die Zahl der Leerstände unter die Lupe genommen werden. Auch die Stadt muss aktiv werden, respektive die Städtische Wohnungsbaugesellschaft. Für 2018 hat Bürgermeister Schöneboom ein Projekt im sozialen Wohnungsbau ankündigt. Das zeigt: Die Richtung stimmt. Es wäre wünschenswert, dass diese Pläne bald konkreter werden.