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02. November 2013

Auf dem Flug zu sich selbst

"Hanna himmelwärts": Die Schriftstellerin Petra Gabriel legt ihr erstes Mädchenbuch vor.

  1. Schreibt authentisch und ohne Brimborium übers Erwachsenwerden: die Laufenburger Autorin und (Groß-)Mutter Petra Gabriel Foto: Roswitha Frey

  2. „Himmelwärts“ zieht es Titelheldin Hanna (Cover des neuen Buchs). Foto: Roswitha Frey

LAUFENBURG. Die junge Hanna träumt vom Fliegen, genauer gesagt vom Segelfliegen. Ob und wie sie sich ihren Traum erfüllen kann, erzählt die Laufenburger Schriftstellerin Petra Gabriel in ihrem neuen Roman "Hanna himmelwärts". Es ist das erste Jugendbuch der bisher mit historischen Romanen und Krimis sehr erfolgreichen Autorin. Das Mädchenbuch um die 14-jährige Titelheldin Hanna kommt diesen Monat in den Handel.

"Ich wollte schon immer mal ein Jugendbuch schreiben", sagt die in Laufenburg und Berlin lebende Schriftstellerin. Die Geschichte über das Mädchen Hanna, das mit seiner Familie im Hotzenwald lebt, hat Petra Gabriel bereits vor einigen Jahren geschrieben. "Aber die Verlage wollten immer etwas im Stil von Harry Potter, mit Zauberstab und Zauberschwert, oder etwas mit Vampiren, aber so etwas wollte ich nicht schreiben", erzählt die 59-Jährige. "Ich wollte ein ganz klassisches Mädchenbuch schreiben, das davon handelt, wie schwierig und aufregend das Erwachsenwerden ist."

So erfand sie ihre Hauptfigur Hanna, ein Mädchen, groß gewachsen, mit lockigen Haaren, das mitten in der Pubertät steckt, ein bisschen linkisch ist, viele Komplexe hat und nicht recht weiß, was es eigentlich will. Hanna lebt in Oberhof auf einem Bauernhof, geht in Bad Säckingen aufs Scheffelgymnasium, ist aber alles andere als eine Musterschülerin und fühlt sich wie ein Mauerblümchen. Der Papa ist Lehrer und Vorsitzender von fünf Vereinen, die Mutter ist Hausfrau.

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Hanna ist ein normaler Teenager, der seinen Weg sucht und versucht, mit sich, den Eltern, den beiden Geschwistern, den Mitschülern klar zu kommen. Eines Tages entdeckt sie etwas, das sie total fasziniert: das Segelfliegen. Fortan hat sie nur noch ein Ziel: irgendwann einmal Segelfliegen zu lernen auf dem Flugplatz in Hütten. Die Eltern erlauben das aber nicht, weil Hanna so schlecht in der Schule ist. Doch Hanna geht immer wieder auf das Segelfluggelände, wo sie glücklich ist, wo sie etwas über die Welt der Segelflugzeuge lernt, sich auch technisch ganz geschickt anstellt. Das alles macht sie heimlich, schwindelt, verstrickt sich in Lügen, versucht, Taschengeld zu verdienen, vernachlässigt die Schule und die Schulaufgaben. Und dann gibt es da plötzlich noch zwei Jungs aus ihrer Schule, die sich für Hanna interessieren.

All dies, der große Traum vom Segelfliegen, das erste Verliebtsein, die ersten Schmetterlinge im Bauch, die Erlebnisse des Mädchens, das langsam entdeckt, was es wirklich möchte, das alles erzählt Petra Gabriel – geradeheraus, in einer Sprache, die in ihrer Unmittelbarkeit ganz auf die jugendliche Zielgruppe zugeschnitten ist, auf Jugendliche ab zehn und zwölf Jahren. "Es ist ein Buch, das auch Jungs lesen dürfen", schmunzelt die Autorin mit Verweis auf die diversen technischen Details über den Segelflug. Petra Gabriel hat sich auf dem Flugplatz in Hütten umgeschaut, hat bei der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald einiges über das Segelfliegen erfahren und ist sogar selbst einmal mitgeflogen, um ein Gespür dafür zu kriegen.

"Es ist ein Buch,
das auch Jungs lesen dürfen."

Petra Gabriel
Dass ihre Titelheldin nicht, wie die Protagonistinnen in anderen Mädchenbüchern, eine Pferdenärrin ist, sondern sich für Technisches und für Segelfliegen interessiert, ist mal etwas anderes im Jugendbuchsektor. "Ich wollte eine klassische Erwachsenwerden-Geschichte schreiben, ohne Brimborium, ohne Tamtam, ohne Zauberei und Vampire, auch ohne Drogengeschichten oder ähnliches", stellt Petra Gabriel mit Blick auf ihr neues Werk klar. Ihre Hanna ist ein Mädchen, mit dem sich viele identifizieren können. "Hanna ist eine Figur, die ich einfach mag", sagt die Autorin, der es als zweifache Mutter und Großmutter leicht fiel, sich in die Gefühlswelt der pubertierenden Hanna zu versetzen, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. "So wie Hanna sind viele Mädchen in dem Alter, man muss sich nur an die eigene Zeit als junges Mädchen erinnern."

In Arbeit hat die Autorin nach eigenen Abgaben zwei Krimis – einen Berliner Kappe von 1956 (Frühjahr 2014) und einen neuen Fall für Hochrheinkommissarin Iris Terheyde (Herbst 2014) – sowie einen Roman über das Konstanzer Konzil ("Der Ketzer und das Mädchen", 2014).

Das Buch: Petra Gabriel, "Hanna himmelwärts", Verlag Monika Fuchs, 176 Seiten, 11,90 Euro. ISBN 978-3-940078-59-9

Autor: Roswitha Frey