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29. Juli 2016

Mit dem Cello um die Welt reisen

Ziel von Natalia Dauer, die das Festival Junge Klassik organisiert.

  1. Die junge Cellistin Natalia Dauer freut sich auf ihr Festival „Junge Klassik" bei den Laufenburger Kulturtagen. Foto: Roswitha Frey

LAUFENBURG. Sie ist erst 19 Jahre alt und hat schon ihr eigenes kleines Festival aufgezogen: die Cellistin Natalia Dauer aus Bad Säckingen. Für die zweite Ausgabe ihrer Sommerreihe "Junge Klassik" im Rahmen der Laufenburger Kulturtage hat sie gleichaltrige aufstrebende Talente vom Hochrhein eingeladen, die mit ihr zusammen am 31. Juli und 1. August im Schlössle musizieren.

"Mit Junge Klassik wollen wir etwas Frisches und Neues bringen", erzählt Natalia Dauer, die gerade nach Basel gezogen ist und im September ihr Studium an der Basler Hochschule für Musik beginnt. Junge Klassik heißt, dass junge Musikerinnen und Musiker ein Podium bekommen, die noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen, und dass die Musik auch jung und frisch sein soll, also nicht die gängigen Standardwerke.

So sind die drei Konzerte von der Besetzung und den Stücken her sehr abwechslungsreich gestaltet: "Wir probieren sehr viel aus, machen große Zeitsprünge von der Klassik in die zeitgenössische Musik. Auch für uns ist das sehr spannend", sagt Natalia Dauer. "Wir wollen auch junge Leute ansprechen, aber es ist heute ein Problem und sehr schwierig, junge Leute, die selbst kein Instrument spielen, für klassische Musik zu begeistern". Auf jeden Fall habe man auch in der Musikschule Werbung gemacht.

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Wert legt die Initiatorin darauf, dass sie vorzugsweise junge hochbegabte Musiker vom Hochrhein für ihr Sommerfestival zusammenbringt: "Gemeinsam Kammermusik zu machen, ist eine riesige Freude", begeistert sich die Preisträgerin der Volksbank Hochrhein-Stiftung. Dieses Mal hat sie ihre Schwester Aloisia Dauer, die gerade ihr Violinstudium am Mozarteum Salzburg abgeschlossen hat, die 18-jährige Pianistin Julia Pleninger aus Waldshut und den 17-jährigen Gitarristen Adrian Brenneisen aus Laufenburg – beide Preisträger der Volksbank Hochrhein-Stiftung – mit ins Boot geholt.

Aloisia Dauer macht am Sonntag, 31. Juli, 11 Uhr, den Auftakt mit einem Gesprächskonzert über den finnischen Spätromantiker Jean Sibelius. Die junge Geigerin erzählt über das Leben des nordischen Komponisten und spielt dazwischen bekannte und unbekanntere Violinwerke von ihm, begleitet von dem Pianisten Danijel Brecelj.

Am Sonntagnachmittag, 17 Uhr, sind Natalia Dauer (Cello), Aloisia Dauer (Violine), Julia Pleninger (Klavier) und Adrian Brenneisen (Gitarre) in wechselnder Besetzung mal solo, mal im Duo zu hören. Die Zuhörer erwartet ein buntes, vielseitiges Programm. Julia Pleninger beginnt mit Solowerken von Beethoven, Brahms und Prokofjew. Dann folgen die Cellosonate von Zoltan Kodaly, ein virtuoses Duo für Geige und Gitarre von Paganini, Solowerke für Gitarre von Toru Takemitsu, Duowerke für Cello und Gitarre von Heitor Villa-Lobos, Enrique Granados und Manuel de Falla sowie ein Stück von Darius Milhaud.

Dieselben jungen Interpreten sind beim zweiten Konzertabend am Montag, 1. August, 20 Uhr, im Schlössle zu erleben. Zu hören gibt es eine Cellosonate von Brahms, ein Geigenwerk von Ysaye, Spanisches auf der Gitarre, eine Violinsonate von Sibelius, Stücke von Piazzolla, Arvo Pärt und den "Schwan" von Saint-Saens. "Ein großes Feld abzudecken, war mein Ziel für diese drei Konzerte. Das macht es abwechslungsreich und für die Zuhörer nicht so anstrengend", sagt Natalia Dauer.

Schon als Jugendliche hat sie Festivalluft geschnuppert und beim Solsberg-Festival der weltberühmten Starcellistin Sol Gabetta geholfen, die auch in der Spielweise ihr großes Vorbild ist. Als Natalia Dauer mit Brigitte Chymo vom Kulturamt Laufenburg in Kontakt kam, fand sie offene Ohren für ihre Idee der "Jungen Klassik" bei den Kulturtagen. "Ich bin sehr glücklich, wie es sich entwickelt hat, wir wachsen da immer mehr rein". Die Junge Klassik soll fester Teil der Kulturtage bleiben, hofft Natalia Dauer, die sich vorstellen kann, künftig auch noch andere Konzertorte als das Schlössle in Laufenburg zu bespielen.

Seit neun Jahren wird Natalia Dauer von dem renommierten Ivan Monighetti unterrichtet, zuerst im Privatunterricht, dann als Jungstudentin und nun ab September im dreijährigen Bachelor-Studium an der Musikhochschule in Basel.

Der warme, singende Klang des Cellos, mit dem sie "direkt in die Herzen durchdringen kann", fasziniert die Cellostudentin, die eine solistische Laufbahn anstrebt: "Ich möchte solistisch spielen und wünsche mir, dass ich mit dem Cello zusammen reisen kann".

Autor: Roswitha Frey