Von Musiksoldaten lernen

Michael Gottstein

Von Michael Gottstein

Fr, 21. April 2017

Laufenburg

Verbandsjugendorchester hat gemeinsamen Auftritt in Laufenburg mit Heeresmusikkorps Ulm.

LAUFENBURG/TODTMOOS. Für ein Jugendorchester ist es immer etwas Besonderes, mit einem Profiorchester spielen zu dürfen, vor allem dann, wenn dem Auftritt ein Workshop vorangeht. Das derzeit in Todtmoos probende Verbandsjugendorchester (VJO) des Blasmusikverbandes Hochrhein bekam am Donnerstag hohen Besuch vom Heeresmusikkorps Ulm, und am morgigen Samstag werden die beiden Orchester gemeinsam in der Laufenburger Rappensteinhalle auftreten.

Der Workshop war der erste Preis des Wettbewerbs "BW-Musix", bei dem sich das VJO 2015 in der Höchststufe unter insgesamt drei Auswahlorchestern durchgesetzt hatte. Die Jugendkapelle bereitet sich seit Montag unter Leitung ihres Dirigenten Julian Gibbons in der Wehratalhalle und der Schule von Todtmoos auf ihren Auftritt am Samstag vor. Während es bei den Gesamtproben um die Ensemblewirkung geht, teilten sich die Musiker am Donnerstag, nachdem das Heeresmusikkorps in aller Früh angereist war, in einzelne Register auf, die dann jeweils von einem Spezialisten unterrichtet wurden. "Es geht dabei um Vertiefung und auch eine neue Sichtweise", berichtete die VJO-Vorsitzende Julia Huber, die das Bariton-Saxophon spielt: "Wir haben zahlreiche Übungen zum Thema Intonation gemacht." Auch der Tubist Lukas Eckert meinte, er habe von den instrumentenspezifischen Übungen stark profitieren können.

Die Bundeswehr habe sich in letzter Zeit musikalisch weiterentwickelt, denn immer häufiger werde sinfonische Blasmusik gespielt, berichtete Ralf Eckert, der Vizepräsident des Blasmusikverbandes Hochrhein, der zudem von einer besonderen Beziehung zwischen dem Heer und dem Blasmusikverband Hochrhein zu berichten wusste: Jörg Murschinski, einer der Hausarrangeure der Bundeswehr, lebt nämlich in Birkendorf.

Bei dem Konzert in Laufenburg in der Rappensteinhalle wird das VJO unter Leitung von Julian Gibbons Werke von Adam Gorb (Jiddische Tänze), Philip Sparke (Pantomime für Solo-Euphonium und Blasorchester) und Johann Sebastian Bach (Fantasia in G-Dur) aufführen. Im zweiten Teil spielt das von Oberstleutnant Matthias Prock geleitete Heeresmusikkorps unter anderem "Amazing Grace", die "Armenischen Tänze" von Alfred Reed und "A Cartoon Spectacular" von Stefan Schwalgin. Die Zugaben werden beide Orchester gemeinsam spielen.

Das VJO ist ein Auswahlorchester, dessen Mitglieder zwischen 14 und 26 Jahre alt sind und sich aus den Vereinen des Blasmusikverbandes rekrutieren. Durch regelmäßige Proben und die Teilnahme an Wettbewerben wird dem Leistungsgedanken Rechnung getragen, aber auch die Pflege der Gemeinschaft und der Spaß an anspruchsvoller Musik spielen eine große Rolle. Das VJO unternimmt regelmäßige Auslandstourneen.

Das Heeresmusikkorps Ulm wurde 1956 gegründet und ist eines von mehreren Musikkorps des Heeres. Es vertritt die Bundeswehr hauptsächlich in Baden-Württemberg sowie Bayern und repräsentiert die BRD im Ausland. Das Korps tritt in großer sinfonischer sowie Egerländer Besetzung, aber auch in Form kleinerer, spezialisierter Ensembles auf, gestaltet Konzerte zu wohltätigen Zwecken und umrahmt Veranstaltungen militärischer und ziviler Art.

Das Konzert findet am Samstag, 22 April, 19 Uhr, in der Laufenburger Rappensteinhalle statt. Karten für 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) sind an der Abendkasse erhältlich.