Die Zukunft liegt über der Latte

Ralf Wohlmannstetter und Matthias Kaufhold

Von Ralf Wohlmannstetter & Matthias Kaufhold

Di, 03. Juli 2012

Leichtathletik (regional)

Silber für Mutter und Cimander – der Oberrhein demonstriert seine Hochsprung-Stärke bei der Landesmeisterschaft in Karlsruhe.

LEICHTATHLETIK. Martin Günther, Sven Tarnowski oder auch Annabella Scherer – der Hochsprung hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Domäne für den Leichtathletikbezirk Oberrhein entwickelt. Und es sprudelt weiter an Talenten, wie die baden-württembergische Meisterschaft der Junioren (U23) und B-Jugend (U18) in Karlsruhe zeigt. Die beiden einzigen Medaillen für den Oberrhein holten zwei Hochspringer: Stefan Cimander vom TV Rheinfelden und Linda Mutter vom TV Wehr sprangen zu Silber.

Das einzige Edelmetall am ersten Wettkampftag ergatterte Linda Mutter. Eine Woche nach ihrem badischen Meistertitel musste sich die U-18-Athletin dieses Mal trotz einer Steigerung auf 1,70 Meter der deutschen Nummer zwei dieser Altersklasse, Anne Klebsch aus Ötigheim (1,77), deutlich geschlagen geben.

Am zweiten Tag zog Stefan Cimander bei der U23 nach: Bei regnerischem Wetter meisterte der Rheinfelder alle Höhen bis einschließlich 1,90 Meter ohne Fehlversuch. Das brachte Cimander, der bald in München studiert, die Vizemeisterschaft vor dem höhengleichen Filstaler Marc Klaschka. Gold ging mit 1,94 Meter an den Mannheimer Konstantin Fliegel. Am Mittwoch hatte Cimander im Kreisfinale der Gymnasien unter sommerlichen Verhältnissen 1,97 Meter gepackt.

Zwei Stabhochspringer des ESV Weil verpassten als Vierte einen Podestplatz nur knapp: Tizian Hegyaliai überquerte 3,90 Meter bei den Junioren, Manuela Schaub 3,20 Meter bei den Juniorinnen. Hanna Rotzler vom TuS Lörrach-Stetten wurde hier mit 2,70 Meter Fünfte.

Im Hochsprung der U18 musste sich Florian Maurer vom ESV Weil mit 1,84 Meter zufrieden geben – Platz sechs. Sechste wurde auch die gleichaltrige Ronja Beuschel (TuS Lörrach-Stetten) in 11:13,82 Minuten über 3000 Meter. Vereinskollegin Emma Waßmer kam nach 11:57,79 als Achte ins Ziel. Ebenfalls auf Platz sechs landete Speerwerferin Aileen Sengül (LG Hohenfels), die bei den Juniorinnen glatte 38,00 Meter weit warf.

Günther verfehlt Olympia-Norm, Tarnowski tastet sich heran

Und Sven Tarnowski? Der Hochspringer des TV Rheinfelden peilt in seinem letzten U-23-Jahr die deutsche Juniorenmeisterschaft in vier Wochen in Kandel an. Nach seiner Meniskus-Operation im Januar befindet sich der 22-jährige Karsauer noch im Aufbau und sprang am Wochenende kurzfristig bei der eilends angesetzten Olympia-Qualifikation in Eberstadt mit. "Sie brauchten für das Feld noch Kaderspringer", erklärte Tarnowski. Nach 2,05 Meter scheiterte er knapp an 2,10 Meter. "Ich fühle mit gut und bin auf dem Weg nach oben." Genutzt hat sein Mitwirken den Olympia-Kandidaten nicht: So knackte auch der Ex-Wehrer Martin Günther (LG Frankfurt) die Mindestnorm von 2,28 Meter nicht.