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09. Oktober 2012

Disput über Streckenführung

Michael Schrempp gewinnt den 30. Ettenheimer Stadtlauf.

LEICHTATHLETIK. Zum 30-jährigen Jubiläum des Ettenheimer Stadtlaufs spendierten sich die Organisatoren des LV Ettenheim eine neue Strecke. Anstatt wie bisher die Runden durch die Altstadt zu drehen, führte der Weg nun westwärts Richtung Apostelsee aus der Stadt hinaus, was unter den Läufern durchaus kontrovers diskutiert wurde. Michael Schrempp aus Offenburg kam mit den Bedingungen mit Abstand am besten zurecht. Bei den Frauen gewann Nadine Hailer vom TSV Moosbach.

Der LVE-Vorsitzende Carl-Anton Weber zog nach der Veranstaltung ein vorsichtig positives Fazit. Zweifelsohne habe es kritische Stimme hinsichtlich der Verlegung der Strecke gegeben, doch sei die Anteilnahme an dem Lauf in den vergangenen Jahren immer weniger geworden, sowohl bei den Teilnehmern als auch seitens der Zuschauer. "Es ballte sich im Bereich des Marienbrunnens", erinnert sich Weber. "Darüber hinaus war niemand mehr zu sehen." Außerdem sei das Kopfsteinpflaster in der Altstadt auf nur wenig Gegenliebe gestoßen, wie Weber betont: "Gerade bei Nässe wurde es an Steigungen oft recht rutschig und somit gefährlich." Die neue Strecke mit ihren langen Geraden hingegen sei schnell und gut zu laufen.

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Auf alle Fälle nahm er erfreut zur Kenntnis, dass die Zahl der Starter im Hauptlauf im Vergleich zum Vorjahr von 92 auf 111 gestiegen war. Ob dies der neuen Streckenführung zu verdanken war, konnte Weber freilich nicht bestätigen. "Es war ja auch ein Jubiläumslauf, dann hat Christina Obergföll für die Ehrungen der Schülerläufe zugesagt, außerdem haben wir mehr Werbung gemacht als bisher."

Die neue Strecke ist sehr windanfällig

Letztlich werden die Läufer mitentscheiden, ob die Laufstrecke so beibehalten werden soll. "Ich möchte nichts ausschließen", sagt Weber vorsichtig und könnte sich durchaus auch vorstellen, wieder auf die alten Pfade zurückzukehren. Um dies herauszufinden, wurden Fragebögen an die Teilnehmer verteilt. "Wir werden in den nächsten Tagen auswerten und analysieren, dann wissen wir mehr", sagt der LVE-Vorsitzende.

Michael Schrempp, der mit 71 Sekunden Vorsprung das Rennen gewann, kam selbstredend mit der Strecke sehr gut zurecht. "Sie ist schnell und gut zu laufen, jedoch auf den Feldern recht windanfällig. Gut, dass der hohe Mais ein bisschen geschützt hat." Er vermisste die Atmosphäre beim Lauf durch die Altstadt. "Die Atmosphäre ist halt schöner, und mir macht das Kopfsteinpflaster nichts aus."

Ähnlich äußerte sich Sascha Roming vom TTC Köndringen, der als Vierter die Ziellinie überquerte: "Mir hat die alte Strecke besser gefallen. Der Wind war ziemlich extrem, das ist zwischen den Häusern besser. Diese Strecke ist mit ihren langen Geraden halt besser für Tempoläufer." Alma Glück, die für den LVE startet, konnte sich am langen Geradeauslaufen nur bedingt erfreuen: "Da falle ich immer in mein Marathontempo", sagt sie und lacht. "Ich mag’s lieber eckiger." Sie sei skeptisch gewesen, als sie vom Umzug des Laufes gehört hatte. "Doch es war jetzt ganz in Ordnung." Dennoch würde sie lieber wieder durch die Stadt laufen. "Es ist halt ein Stadtlauf, und ein Stadtlauf sollte durch die Stadt führen", sagt Gebhard Werner, der für die Feuerwehr Mahlberg startete und schon achtmal in Ettenheim am Start war. "Vielleicht hätte man die Strecke ja nur etwas ändern und in der Stadt enden können." Anderer Meinung war Walter Litterst aus Kappel-Grafenhausen: "Ich finde die Strecke angenehm. Das Kopfsteinpflaster fand ich hinderlich und manchmal gefährlich. Das Ambiente war besser, das muss ich gestehen – aber vom Läuferischen ist die besser."

Ergebnisse im Internet: http://stadtlauf.lv-ettenheim.de

Autor: Wolfgang Künstle