Erfolgreiche Höhenjagd

Ralf Wohlmannstetter

Von Ralf Wohlmannstetter

Di, 17. Januar 2012

Leichtathletik (regional)

Leichtathletik-Landestitel für Sven Tarnowski mit 2,22 Meter und Christopher Ullmann mit 7,02.

LEICHTATHLETIK. Mit sieben Medaillen ist der Saisoneinstieg der Leichtathleten für den Bezirk Oberrhein bei der baden-württembergischen Hallenmeisterschaft in Karlsruhe bedeutend erfolgreicher als vor Jahresfrist in Sindelfingen ausgefallen. Waren es damals drei Goldmedaillen, so erreichten die Sportler aus dem Dreiländereck diesmal zweimal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze.

Zu neuen Höhen schwang sich Hochspringer Sven Tarnowski vom TV Rheinfelden auf. Mit 2,22 Meter steigerte er sich zu einer neuen persönlichen Bestleistung. "Ich bin in der letzten Woche im Training schon über 2,20 Meter gefloppt. Daher wusste ich, dass es klappen könnte", sagte der Rheinfeldener nach seinem Triumph in der Männerkonkurrenz.

Als Tarnowski bei 2,07 in den Wettkampf einstieg, waren bereits alle Konkurrenten ausgeschieden. Lediglich zwei Gaststarter aus Ungarn und der Türkei konnten noch als Motivationshilfe dienen. Doch die hatte der Titelverteidiger gar nicht nötig: 2,07, 2,13 und 2,18 Meter meisterte er souverän gleich im ersten Versuch – nach 2,10 Meter war in dem Türken der letzte Gegner ausgeschieden. Für die 2,22 Meter benötigte Sven Tarnowski zwei Versuche, entsprechend groß war seine Freude über den neuen Rekord.

Auch bei den anschließenden Versuchen über 2,25 Meter war er nicht chancenlos. "Es hat am Ende etwas die Kraft gefehlt. Der Wettkampf hat sich sehr in die Länge gezogen", erklärte Tarnowski. "Vielleicht hilft diese Leistung, in das eine oder andere Meeting zu kommen. Das wäre klasse." Eine Medaille bei den deutschen Hallenmeisterschaften ist nun sein nächstes Ziel.

Am ersten Wettkampftag hatte Christopher Ullmann vom ESV Weil bereits sein großes Talent gezeigt. Der Schweizer U-18-Meister des Vorjahres aus Bad Säckingen setzte sich im vierten Durchgang des U-20-Weitsprung-Wettbewerbs mit einem Satz von 6,98 Metern an die Spitze des Feldes. Im fünften Versuch sprang er als einziger über die Siebenmetermarke, legte mit 7,02 Meter noch vier Zentimeter drauf und gewann seinen Titel mit neun Zentimetern Vorsprung vor dem Ulmer Julius Sommer.

Als wahre Edelmetall-Sammlerin betätigte sich seine Weiler Vereinskollegin Celine Albisser. Die Mehrkämpferin aus dem schweizerischen Frenkendorf gewann nach Bronze am Samstag noch zwei Silbermedaillen am Sonntag. Die erste Plakette holte sie im Weitsprung. Schon im ersten Sprung setzte sie sich 5,62 Meter an die Spitze, die sie aber später abgeben musste. Im sechsten Versuch steigerte sie sich auf 5,74 Meter und schob sich auf Platz drei – ein Zentimeter fehlte zu Silber, fünf zu Gold. Am Abend lief Albisser den 200 Meter-Vorlauf in 26,15 Sekunden, verzichtete aber auf weitere Starts tags darauf. Der begann mit ihrer Paradedisziplin Dreisprung, in dem Albisser im Baselbiet den Kantonalrekord hält. Doch die Nachwuchsathletin wirkte etwas müde. Mit 11,61 Meter schaffte sie nicht den Sprung über die gewohnte Zwölf-Meter-Marke und musste mit Rang zwei zufrieden sein.

Nach der zweitschnellsten Vorlaufzeit von 9,01 Sekunden gehörte Celine Albisser auch im Hürdenfinale zu den Favoritinnen. Dort gab es einen engen Einlauf. Die noch 15-Jährige wurde in 9,00 Sekunden erneut Vizemeisterin, eine Hundertstelsekunde hinter der siegreichen Lea Wayss aus Schwäbisch Hall.

Ihren Vorjahrestitel nicht verteidigen konnte dagegen Hürdensprinterin Miriam Hehl aus Hasel, die für den LAZ Salamander Kornwestheim startet. Sowohl im Vor- als auch im Endlauf musste sie sich nach 60 Metern der Ulmer Mehrkämpferin Stefanie Saumweber geschlagen geben. Mit 8,52 Sekunden war Hehl als Vizemeisterin aber etwas schneller als beim Saisoneinstieg im Vorjahr.

Ebenfalls einen Podestplatz errang Linda Mutter vom TV Wehr. In ihrem ersten Jugendjahr ergatterte sie auf Anhieb Bronze im Hochsprung der Altersklasse U18. Mit 1,70 Meter war sie höhengleich mit der Vizemeisterin, hatte aber mehr Fehlversuche. Als Vorbereitung auf die Mehrkampf-DM in zwei Wochen in Dortmund startete Mutter auch im Weitsprung und wurde mit 5,44 Meter Achte. Starts in den Vorläufen über 60 Meter flach und 60 Meter Hürden sowie in der Wehrer 4x200 Meter-Staffel sorgten für ein volles Programm an zwei Tagen.

Knapp an einer Medaille vorbei sprintete Noémie Kipfer (ESV Weil) über 60 Meter. Die Schweizer Klubkollegin von Celine Albisser zeigte über 60 Meter im Vorlauf in 8,02 Sekunden, im Zwischenlauf in 8,04 und im Finale in 8,01 Sekunden drei fast gleichwertige Läufe und belegte Platz vier.