Leichtathletik-Nachtmeeting des TV Rheinfelden - Tropische Temperaturen

Jochen Dippel

Von Jochen Dippel

Mo, 29. Juli 2013

Leichtathletik (regional)

Rund 170 Teilnehmer beim 25. internationalen Leichtathletik-Nachtmeeting des TV Rheinfelden / Zahlreiche neue persönliche Bestleistungen.

LEICHTATHLETIK. Guter Sport, ein großes Feld mit rund 170 Athleten, eine reibungslose Organisation und dazu eine tropische Nacht mit hochsommerlichen Temperaturen, Dauersonnenschein inmitten einer familiären Atmosphäre – ein schöneres Jubiläum hätte sich der TV Rheinfelden bei seinem 25. internationalen Leichtathletik-Nachtmeeting kaum wünschen können.

Kein Wunder, dass Meetingchef Thomas Rist ("Bis zum 30. Meeting haben wir erstmal geplant") , der im Europastadion "wohl zum 15. Mal verantwortlich" zeichnete, mit der untergehenden Sonne um die Wette strahlte und "rundum zufrieden" war. Die "ganz großen Ausreißer nach oben" fehlten zwar, doch gab es zahlreiche starke Leistungen und vor allem etliche Athleten, die zum Saisonausklang ihre persönlichen Bestmarken verbesserten. Obwohl kein Stadionrekord fiel, meldete Sprecher Gerhard Klaus am Ende trotzdem noch einen Rekord: Denn erstmals in der Geschichte des Meetings tauchte keine Polizei auf, weil sich Anwohner wegen Ruhestörung beschwert hatten. "Vielleicht haben sie sich jetzt daran gewöhnt", sagte Rist schmunzelnd. "Wir hatten Erlaubnis bis 23.30 Uhr."

So glänzte der 25-jährige Sprinter Sebastian Starke (ABC Ludwigshafen) mit zwei souveränen Siegen über 100 Meter in 10,92 Sekunden und 200 Meter in 22,25 Sekunden. Aber auch Fabian Kiefer (LG Hohenfels/Jahrgang 1994) und Marvin Eneiga (TuS Lörrach-Stetten/1997) liefen mit 11,57 sowie 11,69 gute Zeiten. Über 200 Meter benötigte Kiefer 23,46. Schweizer Siege mit flotten Zeiten gab es über 3000 Meter durch den erst 15-jährigen Michel Zersenay (TV Riehen) in 9:25,04 Minuten und 5000 Meter durch Oqubit Berhane, Jahrgang 1978 (LC Fortuna), in 14:46,04 Minuten. Erfreulich war auch die Leistung des 20-jährigen Tobias Probst vom ESV Weil, der über 800 Meter in 1:59,58 als einziger unter der Zwei-Minuten-Grenze blieb.

Erneut ein Höhepunkt war zum Abschluss das Speerwerfen unter Flutlicht. Zwei Franzosen sorgten für die weitesten Würfe: Bei den Männern gewann Tesson Cyril (Assa Bohnenkraut) mit 58.89 Metern, und bei den Frauen war Séphora Bissoly (Golden Star) mit 52,39 Metern eine Klasse für sich, obwohl sie ihre Bestmarke deutlich verfehlte. Eine gute Leistung zeigte als Zweite mit 43,77 Meter die 21-jährige Aileen Senguel (LG Hohenfels). Ihr Klubkollege Paul Filges (46,19) beeindruckte als U-16-Sieger vor Lokalmatador Johannes Redmann (43,11).

Rundum zufrieden zeigte sich auch Christoph Geissler vom TuS Lörrach-Stetten mit den Leistungen seiner Athleten, zumal "alle zu dem späten Saisonzeitpunkt etwas müde sind". Dies galt für Yannick Rübenacker, der beim Stabhochsprung mit 3,70 Meter seine Bestleistung einstellte, ebenso wie für seine jüngere Schwester Leonie, die sich "sehr ausgeglichen" präsentierte, im Stabhochsprung 2,20 schaffte. Sieger mit dem Stab wurde indes Tizian Hegyaljai (ESV Weil). Der 22-jährige Maschinenbaustudent aus Basel schaffte 3,90 Meter und scheiterte nur knapp an der Vier-Meter-Grenze. "Nach 15 Anläufen war ich bei der Hitze vielleicht etwas müde, aber vier Meter habe ich auch erst einmal übersprungen." Bei den Frauen gefielen seine Vereinskollegin Manuela Schaub (3,20) und U-18-Siegerin Jasmin Sutter (TuS Lörrach-Stetten), die erstmals 2,60 Meter überquerte.

Wie gut die Bedingungen waren, zeigte sich auch beim Hochsprung, wo die Bestleistungen in Serie purzelten. So bewältigte Dominik Leo Polossek (TuS Lörrach-Stetten) in der U 20 erstmals 1,84 Meter., vier Zentimeter mehr als bisher. "Beim letzten Versuch über 1,88 Meter habe ich die Latte nur ganz knapp gerissen", sagte der 17-jährige Schüler des Weiler Kant-Gymnasiums, der als Mehrkämpfer vor einem Jahr in die Trainingsgruppe von Yannick Rübenacker wechselte.

Persönliche Rekorde gelangen auch U-18-Sieger Luis Franke vom TV Rheinfelden hier (1,80) sowie dessen erst 15-jährigem Vereinskollegen Marc Schneider, der 5,52 Meter weit sprang und 12,65 Sekunden über 100 Meter sprintete.