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10. Juli 2015

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Benedikt Hoffmann: Lieber Berglauf auf Madeira oder Citylauf in Freiburg?

Benedikt Hoffmann, 35. der Berglauf-Europameisterschaft.

  1. Hoffmann Foto: Stinn

Eigentlich würde meine Wahl auf einen Citylauf wie die Freiburger Laufnacht an diesem Freitag fallen. Allerdings hatte die Berglauf-Europameisterschaft am vergangenen Samstag eine ungleich höhere Wertigkeit, da ich mich dafür erst bei der Deutschen Meisterschaft qualifizieren musste und dann vom Deutschen Leichtathletikverband nominiert wurde. Deshalb steht in diesem Fall der Berglauf doch etwas höher als der Stadtlauf.

Ich war noch nie auf Madeira. Es gibt dort sehr viel Vegetation, doch wir hatten bei unserem zweitägigen Aufenthalt dort leider kaum Gelegenheit, die Insel mitten im Atlantik intensiv kennenzulernen. Ich habe kurze, aber sehr schöne Eindrücke mitgenommen. Wir starteten am Samstag direkt am Strand, dann ging es über sechs Kilometer steil hoch bis auf 1200 Meter. Dort folgten noch mal sechs Kilometer bei leichtem Auf und Ab.

Teilweise ging es über Treppen und Stufen, da musst du dich entscheiden: Läufst du langsam in kleinen Schritten oder suchst du einen schnellen Rhythmus im Gehen. Ich tendiere mehr zum schnellen Geh-Schritt, kam aber diesmal im zweiten Tel deutlich besser im Laufen voran. Bergläufer benötigen ein ausgeprägtes Tempogefühl, da jede Strecke anders ist. Es war sicher nicht einer meiner besten Bergläufe. Vor zwei Jahren bei der EM in Bulgarien war ich als Zwölfter ebenso bester deutscher Bergläufer wie letztes Jahr bei der WM in Italien als 52. Diesmal wollte ich unter die besten 20, konnte als 35. aber wenigstens für das drittbeste Resultat in der Teamwertung der Deutschen, die Sechste wurden, sorgen. Ich konnte mein Potenzial nicht voll ausschöpfen, aber es war passabel.

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Sicher ist es nicht optimal, eine Woche nach so einem harten Berglauf nun einen Citylauf zu bestreiten. Eigentlich sollte man zuerst den kürzeren Wettkampf bestreiten, dann den längeren. Jetzt ist es genau umgekehrt: Für den Berglauf benötigte ich 1:08 Stunden, beim Stadtlauf wird die Zeit über 6,6 Kilometer unter 20 Minuten liegen. Um aus dem kraftvollen Berglauf-Schritt den schnellen Schritt für die Ebene hinzubekommen, brauche ich in dieser Woche viel Regeneration.

Auf die neue Strecke der Laufnacht bin ich echt gespannt. Die Atmosphäre auf der alten Strecke war ja echt überwältigend. Mal sehen, ob der Publikumseffekt wieder so sein wird. Der verwinkelte und enge Verlauf der neuen Strecke, auf der immer mal einer beschleunigen und ausbrechen kann, ist eigentlich nicht mein Ding. Ich laufe auch gut Marathon und pflege deshalb lieber einen gleichmäßigen Rhythmus. Aber wenn man genau das macht, was man vielleicht nicht so gut kann, schult das jeden Läufer. Ich würde gerne unter die ersten Drei kommen. Als Wahlfreiburger gewinnt man so ein Rennen natürlich auch gerne.

Benedikt Hoffmann (30) ist gebürtig aus Recklinghausen und wohnt seit 2004 bis auf kurze Phasen in Freiburg. Er startet seit zwei Jahren für die TSG Heilbronn (zuvor PTSV Jahn Freiburg) und arbeitet als Lehrer für Biologie, Chemie und Geographie am Beruflichen Gymnasium in Neustadt.

Autor: mat