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19. Juli 2010
"Wenn ich schon die Nr. 1 habe..."
Anja Schnabel und Christopher Hettich gewinnen die achte Freiburger Laufnacht des PTSV Jahn / Stark gesunkene Teilnehmerzahlen.
LAUFEN. Triathlet Christopher Hettich und Freiburgs Spitzenläuferin Anja Schnabel haben am Wochenende die achte Freiburger Laufnacht für sich entschieden. Die Teilnehmerzahlen in sämtlichen Rennen schrumpften angesichts der großen Hitze im Vorfeld und zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen von 1680 im Vorjahr auf rund 1000.
Markus Bohmann wusste schon, wie der Sieger im Männerrennen heißen würde. "Du hast die Startnummer 1001", sagte er zwei Stunden vor dem Start zu Christopher Hettich, und Hettich grinste, und natürlich gab er zu, "dass ich um den Sieg mitrennen will. Wenn ich schon die Nummer 1 habe, will ich doch auch gewinnen."So kam es, Hettich rannte und siegte in 18:07 Minuten, und die Geschichte des "Sportlerlaufs" bei der Traditionsveranstaltung am Rotteckring könnte an dieser Stelle schon zu Ende sein. Bohmann, der Abteilungsleiter für Leichtathletik beim Veranstalterverein PTSV Jahn, sah dann aber doch ein packendes Rennen über die 6000 Metern bei den Männern. Das lag an den Youngstern, die auf dem Innenstadtkurs eine willkommene Gelegenheit sahen, sich einmal einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Zumal Jan Förster, der Sieger der beiden Vorjahre, an diesem Wochenende lieber bei der deutschen Meisterschaft der Leichtathleten in Braunschweig die 5000 Meter rennen wollte. Platz eins der Ergebnisliste war also neu zu vergeben. Christopher Hettich, der 22-jährige Nachwuchstriathlet aus Backnang und seit zwei Jahren Auszubildender zum Bürokaufmann in Freiburg, "ließ erstmal die anderen laufen und hängte sich dran", wie er später berichtete. Lukas Nägele und Dominic Neumann machten Tempo, zwei Studenten der "LG ASV DSHS" – wohinter sich die Sporthochschule in Köln verbirgt. Nils Schallner rannte vom Start weg vorne mit, ein 29-jähriger Assistenzarzt der Universitätsklinik und Zweiter des Freiburg-Marathons 2010. Und dann war da noch der Fünfte in der Fünfergruppe, Maurice Clavel, 22, ein hoch gehandelter junger Triathlet. Hettich zog in der dritten von sechs Runden auf und davon und vergrößerte seinen Vorsprung kontinuierlich. Neumann und Nägele, das frühere Lauftalent vom PTSV Jahn, konnten nicht mehr folgen und landeten schließlich auf den Rängen vier und fünf (Nägele: "Ich hab gemerkt, dass nichts mehr geht in den Beinen"). Blieben Schallner und Clavel. Schallner, der Ältere und Ausdauerspezialist, musste seine Chance auf der Strecke suchen. Er überholte den jüngeren und besonders endschnellen Triathleten nach rund 4000 Metern. Clavel kämpfte da gerade mit einem Loch, konnte nicht mitgehen, dachte sich aber: "Nils ist Marathonläufer, er wird seine Quittung noch kriegen." So kam es. Im Schlusssprint ging Clavel auf und davon. "Ich bin sehr zufrieden mit meinem zweiten Platz", sagte der von Michael Brucker gecoachte Neu-Freiburger im Ziel. Doch auch Schallner fand: "Es war ein Superrennen."
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Das konnte erst recht Anja Schnabel von sich sagen. Nach einer Serie von Nachtschichten in der Kardiologie der Universitätsklinik ging die 24-jährige Medizinstudentin aus Freiburg nicht in Bestform ins Frauenrennen über 4000 Meter, entschied es dann aber ebenso souverän für sich wie schon 2008 und 2009. "Gern hätte ich noch ein paar Männer mehr geärgert und wäre weiter vorn gelaufen", sagte sie einmal mehr selbstkritisch. Aber auch so legte sie 43 Sekunden (!) zwischen sich und die Zweite Constance Türk aus Regensburg (13:59 Minuten) und Anne Logelin aus Luxemburg (14:11). Den Wettbewerb der Schulstaffeln entschieden das Rotteck-Gymnasium (Mädchen) und das Droste-Hülshoff-Gymnasium (Jungen) für sich.
PTSV-Abteilungschef Bohmann nannte aus seiner Sicht eine Reihe von Gründen für den Teilnehmerrückgang. Wegen der Hitze im Vorfeld hätten viele Läufer sich gar nicht erst angemeldet. Zahlreiche Konkurrenzveranstaltungen am gleichen Wochenende hätten die Starterzahlen zusätzlich schrumpfen lassen. Darüber hinaus sei der Termin für die Laufnacht diesmal sehr nahe bei den Ferien gelegen: "Daher rannten weit weniger Schüler als zuletzt." Außerdem sei weniger Werbung gemacht worden als im Vorjahr. "Wir müssen selber überlegen, wie es weitergehen kann. Wir suchen die Gründe auch bei uns. Wir sind aber trotzdem nicht unzufrieden mit dem Abend. Diejenigen, die gelaufen sind, waren sehr zufrieden und guter Stimmung." Insgesamt sprach Bohmann von 981 Finishern und 1150 Anmeldungen (2009: 1680 Finisher).
Autor: Andreas Strepenick


