Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

28. Dezember 2015

"Ein einzigartiges Wiesengebiet"

Unterschrift von Regierungspräsidentin Schäfer besiegelt das Naturschutzgebiet Wolfmoos in Lenzkirch.

  1. Bürgermeister Feser und Regierungspräsidentin Schäfer mit der Karte des neuen Naturschutzgebiets. Foto: Privat

LENZKIRCH. Jetzt ist es amtlich besiegelt: Das Haslachstädtchen hat ein weiteres Naturschutzgebiet auf seiner Gemarkung. Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hat am Mittwoch, 23. Dezember, im Beisein von Bürgermeister Reinhard Feser die Ausweisung des neuen Naturschutzgebietes Wolfmoos unterschrieben. Damit ist ein einzigartiges Wiesengebiet zwischen Kappel und Lenzkirch unter besonderen Schutz gestellt worden.

"Ich freue mich, dass es gelungen ist, durch einen sehr offenen und intensiven Informations- und Abstimmungsprozess sowohl mit den dort wirtschaftenden Landwirten als auch mit der Gemeinde Lenzkirch zu diesem nun gemeinsam getragenen Ergebnis zu kommen", sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. Sie dankte außerdem Bürgermeister Feser sowie allen Beteiligten und vor allem den Landnutzern für ihre Unterstützung.

Das Naturschutzgebiet Wolfmoos umfasst rund 54 Hektar und ist ein extensiv genutztes Wiesental zwischen Lenzkirch und Kappel. Das Gebiet zeichnet sich aus durch ein Mosaik aus Grünland (Nasswiesen, Seggenrieden, Mähwiesen, Weiden und Magerrasen), Hochstaudenfluren, Gehölzen und Wäldern. Aufgrund der kleinstandörtlichen Differenzierung und dem engen Nebeneinander von nassen und trockenwarmen Bereichen ist das Gebiet überdurchschnittlich artenreich.

Werbung


Besonders die sehr gut ausgeprägten, mageren, arten- und blütenreichen Nasswiesen sind Lebensraum zahlreicher, teilweise hochgradig gefährdeter Tier- und Pflanzenarten.

Unter den Pflanzen der Nasswiesen sind neben dem Breitblättrigen Knabenkraut das Waldläusekraut und der stark gefährdete Moorklee hervorzuheben. Zu den Besonderheiten der Magerrasen an den steilsten, südwestexponierten Böschungsbereichen gehört die im Schwarzwald selten vorkommende Pechnelke.

Bei den Vogelarten sind einige Arten der Vorwarnliste von Baden-Württemberg zu nennen, wie Goldammer, Neuntöter und Feldschwirl. Zahlreiche stark gefährdete Arten wurden ebenfalls bei den Schmetterlingen und Heuschrecken nachgewiesen. Erwähnenswert ist hier der Randring-Perlmutterfalter als charakteristischer Bewohner sehr extensiv genutzter Nass- und Streuwiesen, der im Schwarzwald ein Eiszeitrelikt darstellt.

Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet wird dieses wertvolle Gebiet dauerhaft gesichert. Durch die Unterschutzstellung soll besonders die extensive Landwirtschaft weiter gewährleistet und gleichzeitig ein rechtlicher Rahmen für weitere Artenschutzmaßnahmen geschaffen werden. Eine Aufgabe der Nutzung wäre hier mindestens ebenso negativ zu bewerten wie eine Intensivierung.

Bereits im Vorfeld der Schutzgebietsausweisung haben umfangreiche Abstimmungstermine mit den betroffenen Landwirten und Flächenbewirtschaftern gemeinsam mit Klaus Kress als Projektmanager des Projekts "Kulturlandschaft für morgen gestalten" stattgefunden.

Dabei wurde immer wieder die Arbeit der lokalen Akteure und Landwirte hervorgehoben und deren Beitrag zur Schaffung des Gebietes in seinem heutigen wertvollen Zustand gewürdigt.

Das Wolfmoos zwiaschen Kappel und Lenzkirch ist das 266. Naturschutzgebiet im Regierungsbezirk Freiburg, sodass nun etwas mehr als 32 000 Hektar oder 3,42 Prozent der Fläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind.

Autor: bz